Psychologische Corona-Hotline

Die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben unseren Alltag komplett auf den Kopf gestellt.

Wir alle müssen uns an strenge Regeln halten und  können Familie und Freunde nicht mehr treffen wie gewohnt.  

Das kann bei vielen Menschen auch Ängste und Unsicherheiten hervorrufen.

Unsere Psychologische Corona-Hotline richtet sich an alle Menschen, die sich durch die aktuelle Situation belastet fühlen und darunter leiden.

Hier bieten unsere Mitarbeiter*innen des psychologischen Dienstes offenen Rat, Hilfe und Tipps zum Umgang mit den Beschränkungen, denen wir alle aufgrund der Corona-Krise unterworfen sind, sowie den damit einhergehenden Verunsicherungen.

Psychologische Corona-Hotline

Sprechzeiten (ab 27. März 2020 freigeschaltet)

Montags bis Freitags von 10:00 Uhr bis 11:00

 +49 541 313 196

Psychologische Tipps zum Umgang mit Covid-19

Viele Menschen sind in der aktuellen Situation verunsichert, leiden unter Sorgen, Ängsten und Unruhe. Nicht nur die Sorge um die eigene körperliche Gesundheit erzeugt Angst. Auch der Umgang mit der aktuellen Situation, die für uns alle neu ist und dadurch Unsicherheit erzeugt, ist für viele nicht leicht. Hinzu kommt, dass man u.a. durch Kontaktsperre und Homeoffice massive Veränderungen des eigenen Alltags und der Tagesstruktur erlebt. Darüber hinaus fürchten einige Menschen auch um ihre finanzielle Situation.

Zum Umgang mit diesen Ängsten und Sorgen haben wir psychologische Tipps zusammengetragen, die Ihnen helfen sollen, mit der Situation besser zurecht zu kommen. Bleiben Sie gesund!

Hilfreiche Gedanken:

  • Wir können nicht wissen, wie die Zukunft aussehen wird – spekulieren Sie nicht darüber.
  • Sie sind anpassungsfähiger, als Sie denken.

Alltag mit Corona - Soziale Kontakte

Bleiben Sie in Kontakt! Erzeugen Sie ein Gefühl von Verbundenheit! Es geht streng genommen nicht um soziale, sondern um räumliche Distanzierung. Nutzen Sie soziale Medien, rufen Sie Ihre Freunde und Verwandten an. Probieren Sie Videotelefonie, um sich zu sehen. Sie können sich mithilfe von Apps virtuell mit Ihren Freunden treffen, gemeinsam einen Film schauen mit Netflix Party und sich dabei austauschen oder sich zufällig in der WG-Küche treffen zur Houseparty. Nutzen Sie Zoom, Facetime, Skype etc.

Helfen Sie anderen: Rufen Sie Nachbarn an oder kaufen Sie für ältere Menschen in Ihrer Umgebung ein.

Alltag mit Corona - Home office

  • Behalten Sie Ihre Tagesstruktur
  • Stehen Sie zur gewohnten Zeit, ziehen sie sich an, als würden Sie zur Arbeit gehen (damit zeige ich mir, dass ich jetzt arbeite, wenn schon die Räume die gleichen sind)
  • Essen Sie zu regelmäßigen Zeiten
  • Richten Sie sich möglichst einen festen Arbeitsplatz in Ihrer Wohnung ein (damit können Sie Privates und Berufliches auch zu Hause besser trennen)
  • Machen Sie zu einer festen Uhrzeit Feierabend und gestalten Sie Ihre Freizeit

Alltag mit Corona - Hobbies

  • Das ist die Zeit für Couch-Potatos? Bleiben Sie aktiv! Nutzen Sie Ihre Ressourcen! Was macht Ihnen Freude?
  • Lenken  Sie den Fokus auf die Dinge, die man tun kann, anstelle auf diejenigen, die man nicht tun kann. Was wollten Sie schon immer mal machen? Sie haben die Zeit, all diese Dinge zu tun. Gehen Sie raus, genießen Sie die Sonne, bewegen Sie sich. Nehmen Sie wahr, dass viele Dinge weiterhin möglich sind und Sie nun die Zeit dafür haben
  • Werden Sie kreativ, tauschen Sie sich mit anderen aus, Sie sind nicht alleine mit der Herausforderung, diese Situation zu bewältigen. Sprechen Sie darüber, für was Sie die Zeit nutzen. Beginnen Sie einen Food-Blog oder einen Deko-Blog
  • Gehen Sie wohlwollend mit Ihren Sorgen und Ängsten um. Nehmen Sie sie ohne Bewertung wahr wie eine Wolke, die am Himmel vorbeizieht
  • Auch wenn man sich die Zeit mit Lieblingsserien und Youtube-Videos vertreiben könnte, sollten Sie Ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit zuliebe auch weiterhin auf ein angemessenes Aktivitätslevel achten
  • Neben dem Putzen der Wohnung, Entrümpeln des Kellers und Aussortieren von Kleidung gibt es noch eine ganze Menge anderer Beschäftigung. Wichtig ist, dass Sie sich Dinge suchen, die Ihnen Freude bereiten!
  • Sie könnten z.B. neue Rezepte ausprobieren und ggf. für einen Foodblog fotografieren
  • Tagebuch schreiben ist eine gute Möglichkeit, Gedanken, Sorgen und Grübeleien zu sortieren – das hält die außergewöhnliche Situation für später fest
  • Viele Museen und Ausstellungen bieten virtuelle Führungen an
  • Viele Musiker streamen Konzerte
  • Gegen Anspannung und Unruhe hilft es, Entspannungsverfahren einüben, wie z.B. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeit. Insgesamt ist jede Form der Bewegung hilfreich – joggen, wandern, walken, Fahrrad fahren
  • Stellen Sie sich diese Fragen: Was tut mir gut? Was ist mir wichtig?
  • Fördern Sie Ihre Selbstwirksamkeit, erhalten Sie Ihre Handlungsfähigkeit!

Professionelle Hilfe:

Diese Webseite ist kein Ersatz für eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung!

Sollten Sie den Eindruck haben, weitergehende professionelle Hilfe zu benötigen, wenden Sie sich bitte an die örtliche psychiatrische Klinik oder den sozialpsychiatrischen Dienst Ihrer Region. Im Krisenfall bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung können Sie auch die 112 wählen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Begrenzung von psychotherapeutischen Videosprechstunden für das 2. Quartal 2020 ausgesetzt. So können niedergelassene Psychotherapeuten Sie auch telemedizinisch per Videotelefonie ohne direkten Kontakt behandeln.

Hilfreiche Tipps und Hinweise finden Sie auch auf der Homepage des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.