Interuniversitärer Fachbeirat

Angeregt durch Univ.-Prof. Dr. Karl Harnoncourt gründete das „Netzwerk Psychosomatik“ 1998 den Interuniversitären Fachbeirat für Psychosomatik (IUFB). Ziel des Beirates ist es, die Qualitätsstandards zur psychosomatischen Versorgung in Österreich zu erarbeiten.

Der IUFB besteht aus Vertretern der universitären Österreichischen Medizinischen Psychologie, der Psychiatrie und der Inneren Medizin aller drei medizinischen Fakultäten. Er evaluiert erstmals die Behandlungsverfahren und wird zu einem späteren Zeitpunkt die Behandlungsstandards in der klinischen Psychosomatik in Österreich festlegen.
Ferner fungiert das Gremium als Beirat für:

  • das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
  • das Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz. 

Der IUFB hat die Indikationen für eine stationäre psychosomatische Behandlung festgelegt:

  1. Schwere der jeweiligen Störung
  2. Somatische Symptome (Anorexia nervosa, Schmerzstörung, somatoforme Störung usf.) 
  3. Psychische Symptome (Angst und Depressionen bei körperlichen Erkrankungen) 
  4. Soziale (Defizite) Symptome 
  5. Psychosozial-psychosomatische Symptome, die trotz ambulanter Behandlung drohen, chronisch zu verlaufen 
  6. Notwendigkeit eines Milieuwechsels bei pathologer-sozialer Situation 
  7. Motivationsarbeit für eine weitere ambulante Therapie 
  8. Pragmatische Indikation – es gibt keine ambulante Behandlungsoption im Lebensumfeld des Patienten 
  9. Die Fähigkeit des Patienten, weiterhin zu arbeiten oder die Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen, ist gefährdet 
  10. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen bei körperlichen Erkrankungen 
  11. Depressive Störungen bei körperlichen Erkrankungen 
  12. Dissoziative (Konversions-) Störungen 
  13. Somatoforme Störungen mit Schwerpunkt Schmerzstörung
  14. Autonome funktionelle Störungen (z.B. Herzangst, funktionelle Herz-Rhythmus-Störung)
  15. Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgiesyndrom, chronic fatigue syndrome 
  16. Ess- und Schlafstörungen
  17. Tinnitus aureum
  18. Körperliche Erkrankungen mir erheblichen psychosozialen Faktoren (Erkrankungen aus dem Bereich der Inneren Medizin, Onkologie, Gynäkologie, Neurologie u.a.)

Weitere Informationen zum Interuniversitären Fachbeirat finden Sie hier: http://www.netzwerk-psychosomatik.at/content/das_netzwerk/fachbeirat.php