12.02.2021  | AMEOS Klinikum Bad Aussee

Immer on, nie off: Wenn digitale Dauernutzung krank macht

Medienabhängigkeit und Internetsucht: Dabei dachten die meisten Menschen bisher an Jugendliche, die nächtelang vor Computern saßen und sich in virtuellen Spielewelten verloren. Spätestens jedoch seit der Corona-Pandemie ist klar: Wir stehen alle unter digitalem Stress.

Morgens erst einmal den Social-Media Status checken, liken, teilen und etwas schreiben. Danach Homeschooling oder Homeoffice und abends streamen, chatten und gamen. So machen es viele junge Menschen, aber auch Erwachsene, die den Kontakt zur Außenwelt via Internet immer stärker nutzen. Die Augen hüpfen nahezu den gesamten Tag in chaotischen Mustern über den Bildschirm.

Auch leichtere Formen von digitaler Dauernutzung können erhebliche Konzentrationsprobleme mit sich bringen, die Beziehungsfähigkeit beeinflussen und ein Gefühl der Erschöpfung und des Ausgebranntseins hinterlassen. Das AMEOS Privatklinikum in Bad Aussee hat bereits zu Beginn 2020 ein spezialisiertes Angebot zur Behandlung von Medienabhängigkeit und digitalem Burnout aufgebaut und bietet hierzu Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und Psychotherapeuten an.

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Gefahr der Internetsucht hat sich verschärft

Der Fachverband für Medienabhängigkeit e.V., mit dem das AMEOS Privatklinikum Bad Aussee fachlich kooperiert, befasst sich seit 2008 mit diesem wichtigen Thema. Aufgrund der pandemiebedingten Verlagerung des Freizeit- und Berufslebens ins Digitale ist es wichtig, Internetsucht und Medienabhängigkeit noch mehr in den Fokus zu nehmen und Menschen frühzeitig dabei zu stärken, ihre digitale Balance zwischen on und off zu erkennen oder wieder zu erlernen.

 

Experten des Verbandes für Medienabhängigkeit e.V. beziehen Stellung

Durch eine flächendeckende professionelle Präventionsarbeit sollte sichergestellt werden, dass alles getan wird, damit die Nutzung der digitalen Medien ein Zugewinn für die Gesellschaft sowie jeden Einzelnen bleibt und die Risiken und möglichen negativen Gesundheitsfolgen so gering wie möglich gehalten werden. Verschiedene Forschergruppen weisen inzwischen darauf hin, dass es eine dringende Notwendigkeit für Verhaltens- und Verhältnisprävention gibt, damit den sich entwickelnden problematischen Nutzungsmustern frühzeitig vorgebeugt wird. Der Fachverband hat dies zum Anlass genommen, im Dezember 2020 sein Positionspapier Prävention zu überarbeiten, um darin wichtige Umsetzungsziele zu formulieren.

 

Fokusthemen

Präventive Maßnahmen zum Thema digitale Balance und Prävention der computerspiel- und internetbezogenen Störung sollten an der Schnittstelle Suchthilfe, Jugendhilfe und Schule einen hohen Stellenwert erhalten. Der Fachverband empfiehlt, die Prävention der computerspiel- und internetbezogenen Störung bereits als Bestandteil der frühkindlichen Bildung zu begreifen und entwicklungsbegleitend sowie nachhaltig insbesondere institutionell von der Kindheit an über die Adoleszenz anzulegen.

Die Experten des Fachverbandes sehen einen hohen Bedarf an praxisrelevanter Medien-Präventionsforschung, um die Prävention der computerspiel- und internetbezogenen Störung theoretisch und empirisch zu fundieren und eine evidenzbasierte Entwicklung neuer wirksamer Behandlungsformen zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Festlegung eines einheitlichen Begriffs auf „computerspiel- und internetbezogene Störung“ und Qualitätsstandards.

Weitere Informationen zur Behandlung von digitalem Burnout und Medienabhängigkeit im AMEOS Privatklinikum Bad Aussee finden Sie hier!

 

Lesen Sie die gesamte Stellungnahme des Fachverbandes für Medienabhängigkeit e.V.

 

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