Am 23. September 2014 fand im AMEOS Klinikum Halberstadt die 1.000 Cochlea Implantat (CI) Operation statt. Seit 1998 werden in der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik regelmäßig Patienten mit einem CI versorgt. Die Anzahl der jährlich operierten Patienten steigt seitdem stetig.
Chefarzt Prof. Dr. Klaus Begall führte die OP am rechten Ohr persönlich durch. Diese wurde per Videostream live in die Konferenzräume übertragen. Anwesend waren neben Mitarbeitern des Klinikums, Auszubildende des Bildungszentrums „Albert Schweitzer“ in Aschersleben sowie Hersteller der Ohrimplantate. Die einzelnen Schritte der Operationen wurden erläutert und die Anwesenden hatten Gelegenheit Fragen zu stellen.
„Die Patientin hatte in den letzten zwölf Jahren mit zunehmender Schwerhörigkeit durch mehrere Hörstürze zu kämpfen, so dass sie schließlich Anfang dieses Jahres ertaubte“, erklärt Dr. Jörg Langer, Oberarzt und ergänzt, dass in den vergangenen Monaten eine umfassende CI-Diagnostik erfolgte. „Es wurde immer leiser um mich“, berichtet Brunhilde Gottstein über ihre Erkrankung. Nach Verheilung der Wunde, wird der Sprachprozessor in etwa vier Wochen angesetzt und die Rehabilitation beginnt. „Das richtige Hören muss ich erst langsam wieder lernen“, so die 57-jährige, welche sich bei dem Ärzte- und Stationsteam sehr gut aufgehoben fühlt.
Ein Cochlea Implantat (CI) ist eine Innenohrprothese, mit der hochgradig Schwerhörige wieder hören können. Aktuell werden in der HNO-Klinik Implantate von drei Herstellern eingesetzt, wobei 14 unterschiedliche Elektroden-Systeme verwendet werden, um jedem Betroffenen das für ihn beste CI-System anbieten zu können. Für die Betreuung nach der OP besteht zudem die enge Kooperation mit dem Cochlear-Implant-Rehabilitationszentrum Sachsen-Anhalt.