In der Sporthalle des AMEOS Klinikums für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Neustadt wurde kürzlich ein außergewöhnliches Theaterprojekt aufgeführt: Unter dem Titel „Die Suche nach dem wahren Glück – Was, wenn du alles hast und trotzdem nicht glücklich bist?“ brachten Patienten der Einrichtung ein selbst entwickeltes Bühnenstück zur Aufführung.
Das Besondere: Die Darsteller sind geschlossen untergebrachte Patienten, die im Rahmen eines theaterpädagogischen Projekts nicht nur auf der Bühne standen, sondern auch aktiv an der Entwicklung des Stücks beteiligt waren. Entstanden ist die Inszenierung unter der pädagogischen Begleitung von Nicole Pingel, Antje Hüttmann und Jessica Herbec, die im Bereich Sozialtraining und lebenspraktische Förderung (SOUL) tätig sind, sowie in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Theaterpädagogen Torsten Haberjoh aus Lübeck.
Das Stück setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, was Glück eigentlich bedeutet – und warum es oft schwer zu greifen ist. In eindrucksvollen Szenen begegnete das Publikum unterschiedlichen Figuren, deren Lebensentwürfe von Leistungsdruck, dem Streben nach äußerer Perfektion, dem Wunsch nach materieller Sicherheit oder der Sehnsucht nach Anerkennung geprägt waren. Dabei gelang es den Laiendarstellern, innere Konflikte, Ängste und Hoffnungen authentisch und berührend darzustellen.
Die Aufführung lud dazu ein, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und sich ohne vorschnelle Bewertungen mit den eigenen Vorstellungen von Glück auseinanderzusetzen. Gleichzeitig machte das Projekt sichtbar, welche kreativen Fähigkeiten und persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten auch in einem forensisch-psychiatrischen Setting vorhanden sind.
„Solche Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zur therapeutischen Arbeit im Klinikum“, berichten die Kolleginnen des SOUL-Bereichs. „Sie fördern Selbstreflexion, soziale Kompetenzen und eröffnen neue Wege des Ausdrucks – zentrale Bausteine auf dem Weg der Rehabilitation.“
Das AMEOS Klinikum dankt allen Mitwirkenden für ihr großes Engagement, ihren Mut und ihre Offenheit, dieses Projekt gemeinsam auf die Bühne gebracht zu haben.
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