Zum Tag der Endometriose am 29. September geht es im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg um einen Perspektivwechsel: Endometriose wird heute nicht mehr allein über Schmerzen und Krankheitsherde betrachtet. Auch die Auswirkungen auf Alltag und Lebensqualität rücken stärker in den Fokus. Als eines der wenigen zertifizierten Endometriosezentren in Deutschland verbindet das AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg spezialisierte gynäkologische Expertise mit Rehabilitation. Dr. Nina Bock, Chefärztin der Gynäkologie und Leiterin des Endometriosezentrums, erläutert, was das für die Versorgung bedeutet.

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und neben Schmerzen auch Alltag, Beruf, Familienleben und psychisches Wohlbefinden beeinträchtigen. „Endometriose wird heute ganzheitlicher betrachtet. Es geht nicht mehr nur darum, Herde zu operieren, sondern Schmerzen, Kinderwunsch und Lebensqualität individuell in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen“, sagt Dr. Bock.

Eine spezialisierte Rehabilitation ergänzt die medizinische Behandlung, indem sie die Auswirkungen der Erkrankung auf den Alltag in den Blick nimmt. Rehabilitandinnen erhalten Zeit und Unterstützung, um ihre Erkrankung besser zu verstehen und konkrete Strategien für den Umgang mit Beschwerden zu entwickeln. Zum Behandlungskonzept gehören unter anderem Physiotherapie, Diätetik, Schmerzbewältigung und psychologische Unterstützung. „Endometriose betrifft häufig das gesamte Leben einer Frau. Rehabilitation hilft dabei, nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern auch die Auswirkungen auf den Alltag, Beruf und das psychische Befinden sichtbar zu machen“, erklärt Dr. Bock.

Im Mittelpunkt stehen dabei praktische Fragen: Welche Bewegung tut gut? Wie lässt sich mit chronischen Schmerzen umgehen? Wie können Belastungen frühzeitig erkannt und Pausen bewusst eingeplant werden? Ziel ist es, gemeinsam mit den Rehabilitandinnen Strategien zu entwickeln, die sich auch nach dem Aufenthalt im Alltag umsetzen lassen. Dafür arbeiten im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg verschiedene Fachrichtungen eng zusammen. „Unser Anspruch ist eine Versorgung aus einer Hand: Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen arbeiten eng zusammen. Denn Endometriose ist komplex und deshalb braucht es auch ein individuelles, interdisziplinäres Behandlungskonzept“, betont Dr. Bock.

Am Ende der Rehabilitation steht dabei nicht der Anspruch, dass die Erkrankung verschwunden ist. Vielmehr sollen Rehabilitandinnen ihren Alltag wieder sicherer und selbstbestimmter gestalten können, mit einem besseren Verständnis für den eigenen Körper und konkreten Möglichkeiten, mit den Beschwerden umzugehen.

Weitere Informationen zum Endometriosezentrum und zum Rehabilitationsangebot des AMEOS Reha Klinikums Ratzeburg finden Interessierte auf der Website des Klinikums: Endometriosezentrum des AMEOS Reha Klinikums Ratzeburg.