Sucht betrifft Millionen Menschen – dennoch wird sie häufig missverstanden. Wer beruflich mit Betroffenen arbeitet oder im privaten Umfeld suchtkranke Menschen begleitet, braucht mehr als Empathie: Entscheidend ist ein verlässliches Wissen darüber, wie Abhängigkeit entsteht, wie sie sich äußert und welche Hilfe sinnvoll ist. Dr. med. Kai Wendt, Chefarzt für Abhängigkeitserkrankungen am AMEOS Klinikum Heiligenhafen, macht dieses Wissen in seinem neuen Buch leicht verständlich zugänglich.
Das Handbuch vermittelt suchtmedizinisches Wissen in klarer, gut strukturierter und allgemein verständlicher Sprache. Grundlage sind die aktuellen ICD-11-Richtlinien. Beschrieben werden sowohl die Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen als auch die wichtigsten Krankheitsbilder im Bereich Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit.
Ergänzend behandelt das Werk körperliche und psychische Begleiterkrankungen, gibt Orientierung für sicherheitsrelevante Akutsituationen und erläutert medizinische Behandlungsansätze – von der Entzugsbehandlung bis zur Substitutionstherapie. Auch besondere Themen wie Sucht im Alter und in der Schwangerschaft, geschlechtsspezifische Aspekte der Sucht, Co-Abhängigkeit sowie Doping und pharmakologisches Neuroenhancement, also die Einnahme psychoaktiver Substanzen zur Steigerung der geistigen oder kognitiven Leistungsfähigkeit, werden eingeordnet.
„Gute Suchthilfe braucht ein solides Verständnis der Erkrankung. Dieses Wissen darf kein exklusives Expertenwissen bleiben“, erklärt Dr. med. Kai Wendt. „Mir war es wichtig, ein Buch zu schreiben, das Orientierung gibt und Handlungssicherheit vermittelt – auch ohne medizinisches Vorwissen.“
Besonders praxisnah sind zusätzliche Kapitel wie ein übersichtliches Drogenlexikon sowie Empfehlungen für Filme zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Thema.
Mit seinem zugänglichen und zugleich fachlich präzisen Schreibstil richtet sich das Buch an ein breites Publikum und schließt eine Lücke zwischen medizinischem Fachwissen und der praktischen Arbeit mit suchtkranken Menschen.
Bereits 2018 veröffentlichte Dr. Wendt das Fachbuch „Suchthilfe und Suchttherapie – Leitfaden für die Praxis“. Mit dem nun erschienenen, 480-seitigen Werk „Suchtmedizin für Nicht-Mediziner – Das Handbuch für die Suchthilfe“ (Klett-Cotta Verlag) knüpft er daran an und erweitert seine Arbeit um ein zeitgemäßes, ganzheitliches Überblickswerk.
Über den Autor
Dr. med. Kai Wendt ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit der Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung. Er leitet den Fachbereich Abhängigkeitserkrankungen am AMEOS Klinikum Heiligenhafen und verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung und Beratung suchtkranker Menschen.
