Nach rund drei Jahren Bauzeit ist am Donnerstag der Neubau „Haus 18“ im Beisein von Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken feierlich eröffnet worden. Bei einem gemeinsamen Rundgang mit dem CEO der AMEOS Gruppe.
Dr. Axel Paeger, informierte sich die Ministerin über die modernen Behandlungsbedingungen und die Sicherheitsarchitektur der Einrichtung. Der Neubau bietet Platz für die Versorgung von 60 Patientinnen und Patienten, die von Gerichten nach § 63 StGB im Massregelvollzug untergebracht wurden. Die Kapazität wurde um ein Drittel gegenüber dem zuvor abgerissenen Gebäude erhöht. Auch die Erweiterung des Gebäudes in der Zukunft um ein weiteres Stockwerk wurde in der Planung berücksichtigt.
„Ich freue mich sehr über das hochfunktionale und architektonisch überzeugende Gebäude. Es ist ein Meilenstein für den Standort Neustadt und die forensisch-psychiatrische Versorgung von Patienten“, sagte Dr. Axel Paeger, Vorsitzender des Vorstandes und Gründer der AMEOS Gruppe. Mit dem Neubau seien hervorragende Bedingungen für die Versorgung und Unterbringung der Patienten geschaffen worden. Auch den AMEOS Mitarbeitenden biete sich ein komfortables, zeitgemässes Arbeitsumfeld für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. „Wir danken dem Land Schleswig-Holstein für die Förderung und das damit verbundene Vertrauen in unsere Arbeit“, so Dr. Axel Paeger weiter.
Das Gesundheitsministerium förderte den Ersatzneubau und trägt die Baukosten vollständig. Ministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken sagte anlässlich der Eröffnung: „Mit diesem Neubau werden zusätzliche Kapazitäten und ein modernes Behandlungssetting geschaffen. Damit wird der Massregelvollzug am Standort in Neustadt noch besser aufgestellt, was den Patienten zu Gute kommt. Das Land hat diesen Neubau daher mit rund 21 Millionen Euro gefördert. Mein Dank gilt dem AMEOS Klinikum für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinem Haus zur Realisierung dieses Projekts.“
Das Klinikumsgebäude zeichnet sich durch eine moderne Architektur aus, die den Anforderungen an eine patientenorientierte Versorgung im Massregelvollzug beispielgebend gerecht wird. Auf 2800 Quadratmetern gibt es viel Platz – eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche therapeutische Arbeit.
„Es gibt grössere Rückzugsmöglichkeiten, und die Einzelzimmer tragen dazu bei, Patienten in psychischen Krisen besser stabilisieren zu können“, erklärt Chefarzt Dr. Wilhelm Tophinke. „Der Neubau bedeutet einen grossen Fortschritt für unsere durch historische Gebäude geprägte Forensik. Damit wurden sowohl für die Diagnostik und Therapie unserer Patienten als auch für deren Bedürfnisse optimale Bedingungen geschaffen.“
Weitere Ausstattungsmerkmale sind innovative Lichtkonzepte, funktionale Krisen-interventionsräume oder Fussbodenheizungen, die z.B. das Verletzungsrisiko bei Patienten verringern können. Gleichzeitig sorgen moderne technische und energetische Standards für weniger Kosten und mehr Sicherheit. Durch den Neubau wird die Versorgungsqualität mit dem Ziel, Patienten erfolgreich zu diagnostizieren, zu therapieren und in die Gesellschaft wiedereinzugliedern, weiter gestärkt.
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Im AMEOS Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Neustadt werden psychisch kranke Männer behandelt, die gerichtlich in Schleswig-Holstein gemäss § 63 Strafgesetzbuch wegen einer Straftat verurteilt wurden, die sie im Zustand der Schuldunfähigkeit oder erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen haben. Die Einrichtung arbeitet interdisziplinär mit Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, spezialisiertem Pflegepersonal sowie Sozialdiensten zusammen. Die langfristige Zielsetzung besteht darin, sichere Strukturen zu schaffen, Risikoreduktion zu erreichen und die Gesellschaft durch Resozialisierung besser vor erneuten Straftaten zu schützen.