AMEOS entwickelt die medizinische Versorgung in Holstein gezielt weiter und stärkt dabei die Altersmedizin. Eine zentrale Maßnahme ist der Umzug der Klinik für Geriatrie vom Standort Middelburg an das AMEOS Klinikum Oldenburg im Sommer dieses Jahres. Ziel ist es, die Qualität der Versorgung älterer Patientinnen und Patienten zu erhöhen und weiter auszubauen.

Die geriatrische Behandlung richtet sich an Menschen, die nach Erkrankungen, Operationen oder Stürzen in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind. Im Fokus steht ein ganzheitlicher Ansatz, der medizinische, funktionale und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. „Wir behandeln nicht nur Diagnosen, sondern den Menschen in seiner gesamten Lebenssituation“, erklärt Chefärztin Ulrike Hammad-Greif, Fachärztin für Innere Medizin, Geriatrie und Allgemeinmedizin und Chefärztin der Klinik für Geriatrie. „Entscheidend ist, was Patientinnen und Patienten konkret brauchen, um im Alltag wieder zurechtzukommen.“

Der Bedarf wächst spürbar: Seit 2024 ist die Zahl der behandelten geriatrischen Patientinnen und Patienten in der Klinik für Geriatrie um 20 Prozent gestiegen – auf über 1400 Patienten im Jahr. Auch aufgrund einer hochqualitativen und serviceorientierten Behandlung durch das neue Ärzteteam. Gleichzeitig wächst der Anspruch an eine eng verzahnte medizinische Versorgung. Genau hier setzt die Neustrukturierung an. „Mit der Verlagerung nach Oldenburg profitieren Patientinnen und Patienten künftig von kurzen Wegen durch eine direkte Anbindung an weitere Fachdisziplinen wie Chirurgie, Kardiologie und eine hochmoderne Diagnostik“, erklärt Ulrike Hammad-Greif. „Mit der Perspektive, hier die Altersmedizin weiter auszubauen, stellt sich Oldenburg für die Zukunft und die zunehmend älter werdende Bevölkerung gut auf.“


Was macht die Altersmedizin?


Mit zunehmendem Alter treten häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf. Herz- und Kreislaufprobleme, Diabetes oder Gelenkbeschwerden beeinflussen sich gegenseitig. Hinzu kommen manchmal Gedächtnisprobleme oder eine nachlassende Belastbarkeit. Eine isolierte Betrachtung einzelner Diagnosen greift zu kurz. Deshalb beginnt die Behandlung mit einer umfassenden Bestandsaufnahme. Neben medizinischen Untersuchungen werden Beweglichkeit, Gedächtnis, Kraft und Alltagsfähigkeiten geprüft. Auf dieser Grundlage erstellt ein erfahrenes multidisziplinäres Team ein maßgeschneidertes Therapiekonzept.


„Gerade im höheren Lebensalter hängen körperliche, geistige und soziale Aspekte eng zusammen“, betont Hammad-Greif. „Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche können wir gezielt fördern und Überforderung vermeiden.“ Das Angebot reicht von Bewegungs-therapie und Gleichgewichtstraining über Alltagstraining und Sprachtherapie bis hin zu Gedächtnisübungen. Auch die Beratung zu Hilfsmitteln oder zur weiteren Versorgung nach dem Aufenthalt ist fester Bestandteil des Konzepts.
Die Integration der Altersmedizin ist Teil einer umfassenden strukturellen Neuausrichtung des AMEOS Klinikums Oldenburg auf eine vernetzte, bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung – mit klarem Fokus auf die Bedürfnisse älterer Menschen. Bestehende Leistungen wie Innere Medizin, Chirurgie, Kardiologie, Intensivmedizin, Radiologie und der Zentralen Notaufnahme bleiben am Klinikum und werden durch die Schmerzmedizin Ende das Jahres ergänzt. 


„Diese Entwicklung im AMEOS Klinikum Oldenburg mit dem gesamten Team – von der Pflege über die Therapeuten bis hin zu meinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen – gemeinsam zu gestalten, darauf freue ich mich“, sagt Ulrike Hammad-Greif.