Mehr als neun Millionen Deutsche leiden Schätzungen zufolge unter einer Harn- oder Stuhlinkontinenz. Dennoch sprechen viele Betroffene aus Scham nicht über ihre Beschwerden und verzichten trotz körperlicher Einschränkungen, psychischer Belastungen und Schwierigkeiten im Alltag häufig auf medizinische Hilfe. Anlässlich des Internationalen Inkontinenztages am 30. Juni möchte das AMEOS Klinikum Bremerhaven aufklären und Betroffene ermutigen, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Inkontinenz bezeichnet den ungewollten Verlust von Urin oder Stuhl. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von altersbedingten Veränderungen über Beckenbodenschwäche und neurologische Erkrankungen bis hin zu Folgen von Operationen oder Geburten. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist Inkontinenz jedoch keine unvermeidliche Begleiterscheinung des Älterwerdens.
„Die Belastungsinkontinenz ist eine der häufigsten Formen der Harninkontinenz“, erklärt Dr. med. Marius Bolten, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am AMEOS Klinikum Bremerhaven. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Ohne spürbaren Harndrang kommt es bei körperlicher Anstrengung wie Heben, Tragen, Niesen oder Husten zu einem unwillkürlichen Urinverlust.
Die Auswirkungen auf die Lebensqualität können erheblich sein. Viele Betroffene ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück, vermeiden Reisen, sportliche Aktivitäten oder Treffen mit Freunden und Angehörigen. Nicht selten entstehen daraus psychische Belastungen bis hin zu Angstzuständen oder Depressionen.
Dabei stehen heute zahlreiche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung. Nach einer individuellen Untersuchung können je nach Ursache konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Physiotherapie, Verhaltensänderungen oder medikamentöse Therapien helfen. In bestimmten Fällen kommen auch moderne operative Verfahren zum Einsatz.
„Jede Behandlung der Harninkontinenz wird individuell auf die Betroffenen abgestimmt, je nach Auslöser des Problems, dem Maß der Beschwerden und den persönlichen Lebensumständen“, so Dr. Bolten „Unser Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und den Betroffenen wieder mehr Sicherheit im Alltag zu geben.“
Die Klinik für Urologie und Kinderurologie bietet Betroffenen vielfältige Therapieverfahren mit höchster medizinischer Qualität. Minimal-invasive Operationsverfahren kommen ebenso wie konservative Behandlungsmethoden zum Einsatz. „Inkontinenz ist behandelbar, Windeln sind keine Therapie“, sagt Dr. Bolten. „Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder wenden Sie sich direkt an unsere Spezialistinnen und Spezialisten im Klinikum.“
Terminvereinbarungen zur Sprechstunde Urologie können unter der Rufnummer 0471 182-1238 erfolgen.
