Stationäre Behandlung

Auf insgesamt fünf Stationen mit 114 Betten und verschiedenen Behandlungsschwerpunkten erfolgt die stationäre Behandlung psychisch erkrankter Menschen in multiprofessionellen Teams. Wesentlicher Bestandteil der Behandlung sind neben der Psycho- und Pharmakotherapie die Ergo-, Musik-, Kunst-, Arbeits-, Licht- und Bewegungstherapie. Ergänzt wird das Therapieprogramm z.B. durch Aktivierungs- und Selbstsicherheitstrainings, themenspezifischen Gruppen, Entspannungstherapie, einem Lesekreis, verschiedenen Außenaktivitäten, balneologischen Anwendungen, Spieleabenden und Haushaltstraining.

In der allgemeinpsychiatrischen Station P1 liegt neben der Behandlung akuter Beschwerden ein besonderer Schwerpunkt auf der therapeutischen Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen im persönlichen Lebensumfeld, wie bspw. in der Familie, Partnerschaft oder am Arbeitsplatz. Für das gesamte Spektrum seelischer Leiden werden auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmte Behandlungspläne erarbeitet. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass in den Einzel- oder Gruppentherapien ausreichend Zeit und Raum gegeben ist, angemessen auf jeden einzelnen Patienten einzugehen und individuelle Problemlösungsstrategien zu entwickeln, um die Belastbarkeit und das Leistungsvermögen im Alltag wieder herzustellen und zu fördern.


Ein weiterer Schwerpunkt der Station P1 ist die Behandlung gerontopsychiatrischer Störungen von Menschen im höheren Lebensalter. In der Gerontopsychiatrie treten neben allen anderen Krankheitsbildern besonders häufig Depressionen oder bipolare Erkrankungen, akute Verwirrtheitszustände und Demenzerkrankungen auf. Begleitet werden psychische Erkrankungen oftmals durch im Alter auftretende körperliche Erkrankungen, Gebrechlichkeit und Immobilität. Daher werden bei der Behandlung älterer Menschen die körperlichen Begleiterkrankungen als auch die Abnahme der kognitiven, sozialen und körperlichen Fähigkeiten berücksichtigt. Um die diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen auf die besonderen Bedürfnisse der Patient*innen im höheren Lebensalter abzustimmen, arbeiten die Ärzt*innen und Therapeut*innen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie eng mit den anderen Fachabteilungen der Inneren Medizin und Geriatrie zusammen. Im Vordergrund der Behandlung steht die Erhaltung und Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten der Patient*innen, die Wiederherstellung der Selbständigkeit und die Sicherstellung der Versorgung nach der Entlassung.

Als Aufnahme- und Akutstation sichert die Station P2 die Notfallbehandlung für Menschen in schweren seelischen Krisen. Wenn eine Krise im Rahmen einer Psychose, Depression oder als  Intoxikation mit Alkohol oder Drogen auftritt und ggf. eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt, ist eine Aufnahme jederzeit möglich. Da der Unterstützungsbedarf in einer solchen Krisensituation besonders groß ist, werden die jeweiligen therapeutischen Angebote individuell an die Schwere der Erkrankung angepasst.


In der als offen konzeptionierten Station P3 liegt der Schwerpunkt in der Behandlung von Suchterkrankungen. Im Mittelpunkt steht neben der körperlichen Entzugsbehandlung die psycho-und soziotherapeutische sowie medikamentöse Behandlung. Leitliniengerechte Methoden der Suchtmedizin bieten einen möglichst beschwerdearmen Entzugsverlauf sowie ein individuelles Therapieprogramm, Aufklärung und intensiven Austausch.

Auf der Station P5 mit psychotherapeutischem Schwerpunkt werden insbesondere Patient*innen mit Depressionen, Belastungsstörungen, Angst- und Panikstörungen sowie Persönlichkeitsstörungen behandelt. Dabei wird mit allen Patient*innen gemeinsam ein Behandlungsplan erarbeitet, bei dem unter Berücksichtigung des Lebensumfeldes und eventueller Einschränkungen die individuellen Therapieziele festgelegt werden. Die Therapieleistungen werden als einzel- und gruppentherapeutische Sitzungen unter ärztlicher und psychologischer Leitung angeboten. Neben der kontinuierlichen Begleitung und Betreuung durch das speziell ausgebildete Pflegeteam, gibt es auch zahlreiche Gruppenangebote, die das therapeutische Konzept unterstützen. Die Behandlung kann voll- als auch teilstationär erfolgen. Im Verlauf der vollstationären Behandlung ist auch ein Wechsel in die Tagesklinik möglich.