Eine Brustkrebsdiagnose verändert vieles: den Alltag, den Blick auf die eigene Gesundheit und die Vorstellungen von der Zukunft. Verena Hübner erhielt die Diagnose im Alter von 46 Jahren. Es folgten Chemotherapie, Operation und Bestrahlung. Heute, mit 47 Jahren, blickt sie wieder nach vorn. Während ihrer Behandlung im Brustzentrum Ostholstein am AMEOS Klinikum Eutin hat sie erfahren, wie entscheidend neben der medizinischen Versorgung auch Vertrauen, persönliche Zuwendung und der Austausch mit anderen Betroffenen sein können. Zum Brustkrebsmonat Oktober möchte sie ihre Erfahrungen teilen und anderen Frauen Mut machen. 

Im Frühjahr 2025 hatte Frau Hübner einen Knoten in ihrer Brust ertastet. Zunächst dachte sie an eine harmlose Zyste. Doch bei einer Untersuchung im November wurde der Befund als auffällig eingestuft, wenige Tage später stand die Diagnose fest. Nach der ersten Diagnostik in Hamburg entschied sie sich bewusst für die weitere Behandlung in Eutin. Sie wünschte sich eine wohnortnahe Versorgung in einem kleineren Krankenhaus mit persönlicher Atmosphäre. Sechs Chemotherapiezyklen, eine Operation und mehrere Wochen Bestrahlung lagen vor ihr. In dieser Phase der Behandlung belasteten sie insbesondere der Haarverlust und die körperlichen Nebenwirkungen. Schließlich musste ihre rechte Brust vollständig entfernt und durch ein Implantat rekonstruiert werden. Heute sagt sie: „Hauptsache, der Krebs ist weg.“

Im Brustzentrum Ostholstein begleitet ein spezialisiertes Team Frauen durch die verschiedenen Phasen der Brustkrebsbehandlung. Sabine Kaiser, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am AMEOS Klinikum Eutin, und Dr. med. Hilke Wendt, Sektionsleiterin des Brustzentrums und der Gynäkologischen Onkologie, betonen die Bedeutung einer individuellen und umfassenden Versorgung. „Jede Brustkrebserkrankung ist anders, und jede Patientin bringt ihre eigene Lebenssituation und ihre Fragen mit. Deshalb ist es uns wichtig, die Behandlung individuell abzustimmen, verständlich über die nächsten Schritte zu informieren und unsere Patientinnen während dieser herausfordernden Zeit verlässlich zu begleiten,“ sagt Dr. Kaiser.

Wie viel ihr die persönliche Betreuung bedeutet, beschreibt Frau Hübner mit wenigen Worten: „Alle sind sehr freundlich und herzlich. Ich bin wirklich froh, dass ich mich für Eutin entschieden habe.“ Auch die positive Atmosphäre habe ihr geholfen: „Hier wird immer noch gelacht. Hier herrscht keine Trauerstimmung.“ Darüber hinaus erhielt sie Unterstützung bei organisatorischen Fragen, etwa zur Rehabilitation. Denn das Brustzentrum Ostholstein bietet zusätzlich zu einem sozio-onkologischen Dienst auch eine soziale Beratung, die etwa bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises und einer Reha-Maßnahme behilflich ist. 

Heute gilt Verena Hübner aus medizinischer Sicht als geheilt. Ihre medikamentöse Behandlung wird allerdings noch bis April 2027 fortgesetzt. Im November möchte sie schrittweise in ihren Beruf zurückkehren. Die Erkrankung hat ihren Blick auf das Leben verändert: „Ich möchte gelassener sein, mehr reisen und persönliche Wünsche nicht länger auf später verschieben.“ Kraft gibt ihr auch der Austausch mit anderen betroffenen Frauen. In einer Selbsthilfegruppe hat sie Menschen gefunden, die ihre Erfahrungen teilen. Deshalb ermutigt sie andere Patientinnen, Unterstützung anzunehmen und auch psychoonkologische Angebote zu nutzen. Denn eine Krebserkrankung belastet nicht nur den Körper, sondern gerade auch die Seele.

Der Brustkrebsmonat Oktober, auch Pinktober genannt, rückt die Bedeutung von Aufklärung und Früherkennung in den Fokus. Frau Hübner möchte Frauen ermutigen, Veränderungen der Brust ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen. Ihre eigene Erfahrung hat ihr gezeigt, wie wertvoll neben der medizinischen Behandlung ein Umfeld ist, in dem man sich gut aufgehoben fühlt. Heute blickt sie wieder nach vorn, auf ihren beruflichen Wiedereinstieg, neue Reisepläne und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens.