Eine Infektion kann zunächst harmlos erscheinen. In seltenen Fällen kann der Körper jedoch mit einer fehlregulierten Immunreaktion reagieren und eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln. Anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September informiert Alexander Honig, leitender Oberarzt der Klinik für Chirurgie am AMEOS Hanse Klinikum Anklam, darüber, warum es wichtig ist, Veränderungen frühzeitig ernst zu nehmen.
„Nicht jede Infektion ist gefährlich und nicht aus jeder Infektion entsteht eine Sepsis. Entscheidend ist aber, Veränderungen ernst zu nehmen. Wenn sich der Zustand eines Menschen plötzlich deutlich verschlechtert, sollte man nicht abwarten, sondern medizinischen Rat einholen. Bei einer Sepsis zählt Zeit“, erklärt Alexander Honig. Eine Sepsis entsteht, wenn der Körper auf eine Infektion mit einer fehlregulierten Immunreaktion reagiert und dadurch eigene Organe geschädigt werden können. Auslöser können unterschiedliche Infektionen sein, beispielsweise eine Lungenentzündung, ein Harnwegsinfekt, eine Infektion im Bauchraum oder eine Wundinfektion. Besonders gefährdet sind unter anderem ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. Gerade bei älteren Menschen können Infektionen dabei zunächst wenig eindeutig verlaufen und sich vor allem durch eine allgemeine Verschlechterung des Zustands bemerkbar machen. Umgangssprachlich wird eine Sepsis häufig als „Blutvergiftung“ bezeichnet. Medizinisch entscheidend ist jedoch nicht, ob sich Erreger im Blut befinden. Eine Sepsis ist vielmehr die lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion.
Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September soll deshalb vor allem eines: aufmerksam machen. Wer an einer Infektion erkrankt ist und plötzlich deutlich schwächer, verwirrt oder ungewöhnlich kurzatmig wird, sollte nicht abwarten, sondern medizinische Hilfe suchen. „Im Zweifel ist es besser, einmal zu früh nachzufragen als eine mögliche Verschlechterung zu unterschätzen“, sagt Alexander Honig. Denn bei einer Sepsis kann sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit verändern – und frühes Handeln kann entscheidend sein.
