Mitten in der Nacht rang Hans Ulrich Wenig aus Großenbrode nach Luft. Was zunächst wie die Folgen einer schweren Bronchitis wirkte, entpuppte sich als ernsthafte Herzerkrankung. Im AMEOS Klinikum Eutin diagnostizierte das Team der Klinik für Kardiologie eine hochgradige Verengung eines Herzkranzgefäßes, wodurch die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt war. Schon am nächsten Tag ging es für Herrn Wenig ins Herzkatheterlabor zu einem minimalinvasiven Eingriff. Heute kann der 69-Jährige wieder durchatmen.

Hans Ulrich Wenig verbringt viel Zeit mit seiner Familie und ist gerne aktiv unterwegs. Umso belastender war es für ihn, als er nach einer schweren Bronchitis plötzlich alltägliche Dinge kaum bewältigen konnte. „Ich habe immer schlechter Luft bekommen. Nachts wurde es schließlich so schlimm, dass ich kaum noch atmen konnte“, erinnert sich der Ruheständler. Zwar hatte er schon länger den Verdacht, dass sein Herz eine Rolle spielen könnte, aber eine eindeutige Diagnose gab es nicht. Als sich sein Zustand weiter verschlechterte, fuhr er in die Notaufnahme.

Bei dem Eingriff am 10. Juli wurde das betroffene Gefäß über einen dünnen Katheter wieder geöffnet und mit einem Stent stabilisiert. Das Verfahren erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und gehört heute zu den bewährten Standardbehandlungen bei verengten Herzkranzgefäßen. „Herr Wenig hatte großes Glück, dass die Ursache seiner Beschwerden rechtzeitig erkannt wurde. Solche Verengungen können wir heute häufig minimalinvasiv behandeln. Entscheidend ist jedoch, dass Betroffene Warnzeichen ernst nehmen und nicht zu lange warten. Je früher wir behandeln können, desto besser lassen sich dauerhafte Schäden am Herzmuskel verhindern“, erklärt Dr. med. Kadir Yilmaz, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im AMEOS Klinikum Eutin.

Schon kurz nach dem Eingriff spürte Hans Ulrich Wenig eine deutliche Erleichterung. „Ich konnte wieder richtig Luft holen. Das war ein unglaubliches Gefühl. Ich habe mich wie ein neuer Mensch gefühlt“, berichtet er. Besonders beeindruckt habe ihn, dass Dr. Yilmaz ihm direkt nach dem Eingriff die Aufnahmen zeigte: „Ich konnte sofort sehen, wie das Gefäß wieder geöffnet war. Das hat mir viel Vertrauen gegeben.“

Ebenso positiv erinnert sich der 69-Jährige an die Betreuung auf der Station. „Vor einem Eingriff am Herzen hat man natürlich Angst. Aber das gesamte Team hat mir diese Sorgen genommen. Besonders die Pflegefachkräfte haben sich Zeit genommen und mir alles erklärt. Ich wusste jederzeit, was passiert. Gerade in so einer Situation bedeutet das unglaublich viel.“

Nach der Entlassung am 13. Juli wird Hans Ulrich Wenig weiterhin kardiologisch betreut. Nach einer Stentimplantation gehören blutverdünnende Medikamente sowie weitere Herzmedikamente zur Standardtherapie. „Die Behandlung endet nicht mit dem Eingriff. Eine gute Nachsorge, die konsequente Einnahme der verordneten Medikamente und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg. Viele Menschen bringen Luftnot zunächst mit der Lunge oder dem Alter in Verbindung. Tatsächlich kann sie aber auch auf eine Herzerkrankung hinweisen. Das sollte immer ärztlich abgeklärt werden“, betont Dr. Yilmaz.

Anhaltende oder plötzlich auftretende Brustschmerzen, Luftnot, ein starkes Engegefühl in der Brust oder Schmerzen, die in Arm, Schulter, Rücken oder Unterkiefer ausstrahlen, können auf einen Herzinfarkt hinweisen. Auch kalter Schweiß, Übelkeit oder eine ungewöhnliche Schwäche sind mögliche Warnzeichen. „Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollte sofort der Rettungsdienst unter der 112 alarmiert werden. Betroffene sollten nicht selbst mit dem Auto ins Krankenhaus fahren. Jede Minute zählt, um Herzmuskelgewebe zu erhalten“, so Dr. Yilmaz.

Für Hans Ulrich Wenig steht heute vor allem eines im Mittelpunkt: wieder Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Seine Frau, seine Tochter und besonders seine beiden Enkelkinder haben ihm in dieser Zeit viel Kraft gegeben.
Seine Botschaft an andere Menschen ist eindeutig: „Machen Sie keine Experimente. Wenn Sie merken, dass etwas nicht stimmt, lassen Sie es unbedingt abklären. Gerade bei Beschwerden, die auf das Herz hindeuten könnten, sollte man keine Zeit verlieren. Ich bin unendlich dankbar, dass ich so schnell behandelt wurde und heute wieder mein Leben genießen kann.“