Sie kennt den Springerpool von innen
Frisch aus der Ausbildung, jeden Tag eine andere Station, ständig neue Gesichter. So begann die Laufbahn von Vivian Leitmann-Ehrler. Ein Jahr lang arbeitete sie in einem Springerpool, sprang dort ein, wo kurzfristig Personal fehlte, und lernte das Krankenhaus von einer Seite kennen, die den meisten verborgen bleibt. Rückblickend, sagt sie, habe diese Zeit ihren Berufsweg entscheidend geprägt.
Heute ist Vivian Leitmann-Ehrler Pflegedirektorin am AMEOS Klinikum Halberstadt und bringt genau dieses Modell an ihren Standort: Im Oktober 2026 startet am AMEOS Klinikum der Springerpool.
Was hinter dem Modell steckt
Der Springerpool ist ein eigener, flexibel einsetzbarer Personalbereich. Die Mitarbeitenden gehören nicht fest zu einer Station, sondern springen dort ein, wo es im Haus gerade eng wird. Die Stationen gewinnen dadurch Entlastung, erklärt Leitmann-Ehrler. Die Pflegekräfte selbst lernen mehrere Abteilungen kennen und gestalten ihren Dienstplan stärker mit.
Das Versprechen dahinter ist einfach: mehr Beweglichkeit im Alltag, ohne dass die Teams an Verlässlichkeit verlieren.
Mehr Flexibilität für unterschiedliche Lebenssituationen
Mit dem Start im Oktober 2026 schafft das AMEOS Klinikum Halberstadt einen festen Rahmen für flexible Einsätze. Wer hier arbeitet, sieht verschiedene Abteilungen und entscheidet stärker mit, wann er Dienst hat. Für Eltern, für Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen oder mit zeitintensiven Hobbys kann das den Ausschlag geben.
Das Modell antwortet auf eine Veränderung, die das ganze Gesundheitswesen spürt. Starre Dienstpläne passen längst nicht mehr zu jedem Leben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem, betont die Pflegedirektorin, sei für viele Beschäftigte heute wichtiger denn je. Der Pool bringt Planbarkeit zurück und federt die Stationen ab, wenn Personal fehlt.
Dabei geht es um mehr als freie Tage oder Wunschschichten. Wer in wechselnden Abteilungen arbeitet, baut breites fachliches Wissen auf, versteht Abläufe aus mehreren Blickwinkeln und bekommt ein Gespür für das Haus als Ganzes. Wie prägend das sein kann, weiß Frau Leitmann-Ehrler aus eigener Erfahrung.
Besonders gut passt das Modell zu Menschen, die Neues mögen, sich auf wechselnde Teams und Fachgebiete einlassen und schnell umstellen. Das gilt längst nicht nur für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger: Auch erfahrene Pflegekräfte entscheiden sich bewusst für den Springerpool, wenn sie Abwechslung suchen oder ihre Arbeitszeit freier gestalten wollen – und bringen dabei jedes Mal neue Eindrücke und Abläufe mit.
Zentral koordiniert und transparent geplant
Am AMEOS Klinikum läuft der Springerpool über eine zentrale Koordination. Sie verteilt die Einsätze nach Bedarf und achtet dabei auf Qualifikation und Erfahrung der Einzelnen. Wichtig ist die Transparenz. Jede Pflegekraft soll wissen, worauf sie sich einstellen kann.
Der Standort deckt viele Fachgebiete ab und bietet damit reichlich Gelegenheit dazuzulernen. Zugleich kennt das Haus die Engpässe, die fast jedes Krankenhaus beschäftigen. Genau hier verbindet der Pool zwei Ziele: mehr Freiheit für die Mitarbeitenden und stabilere Stationen.
Neueinsteiger lässt das AMEOS Klinikum nicht allein. Schritt für Schritt führt es sie an die verschiedenen Einsatzorte heran. „Niemand wird ins kalte Wasser geworfen", verspricht die Pflegedirektorin. Offenheit gehört trotzdem dazu, denn der Reiz der Arbeit liegt gerade darin, sich auf neue Teams und Situationen einzulassen.
Wird künftig irgendwo eine Hand gebraucht, springt der Pool ein. Die Stationen atmen auf und für Pflegekräfte entsteht ein Arbeitsmodell, das fachliches Wachstum, Abwechslung und mehr Einfluss auf den eigenen Dienstplan zusammenbringt. „Man nimmt aus dieser Tätigkeit unglaublich viel für den weiteren Berufsweg mit", sagt Leitmann-Ehrler. Sie weiß, wovon sie spricht. Bei ihr begann mit dem Springerpool der Weg bis in die Pflegedirektion.
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