In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der demografischen Entwicklung wird diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Bis zum Jahr 2050 könnte es 2,3 bis 2,7 Millionen Menschen mit Demenz im Alter von über 65 Jahren geben.
Doch Demenz ist nicht ausschließlich eine Erkrankung des hohen Alters. Zwar nimmt das Erkrankungsrisiko insbesondere ab dem 80. Lebensjahr deutlich zu, gleichzeitig sind in Deutschland rund 106.000 Menschen mit Demenz jünger als 65 Jahre. Das entspricht knapp sechs Prozent aller Betroffenen. Für diese Menschen und ihre Familien stellt die Erkrankung häufig besondere Herausforderungen dar: Sie stehen vielfach noch im Berufsleben, sind vielleicht selber Pflegende oder befinden sich in einer völlig anderen Lebensphase als die Mehrheit der Menschen mit Demenz. Geeignete Unterstützungs- und Beratungsangebote sind bislang vielerorts noch nicht ausreichend bekannt oder verfügbar.
Frühe Demenzen erkennen, Betroffene und Angehörige begleiten
 

Genau hier setzt eine Informationsveranstaltung des AMEOS Klinikum Hildesheim im Rahmen der Woche der Demenz an. Getreu dem diesjährigen Leitmotiv des Welt-Alzheimertages „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ informieren am 23. September 2026 ab 14.30 Uhr Fachleute im Hildesheimer Tanzhaus über verschiedene Aspekte der Erkrankung und zeigen auf, welche Unterstützung Betroffene und ihre Angehörigen in Anspruch nehmen können.
 

Experten des Zentrums für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie, geleitet von Chefärztin Daniela-Anaida Jitaru, widmen sich unter anderem dem Thema „Frühe Demenzen erkennen und verstehen“. Dabei geht es darum, Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen, Erkrankungen besser einzuordnen und Fragen rund um Diagnostik und Behandlung zu beantworten. 
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Situation der Angehörigen. Unter dem Titel „Angehörige stärken – Hilfsangebote, Entlastung und Vorsorge“ werden Möglichkeiten vorgestellt, wie Familien Unterstützung erhalten und mit den Belastungen einer Demenzerkrankung umgehen können.
Auch die Kommunikation mit Menschen mit Demenz spielt eine zentrale Rolle. Unter dem Thema „Kommunikation und Herausforderungen im Umgang mit Menschen mit Demenz“ erhalten Besucherinnen und Besucher Hilfe aus erster Hand und Anregungen für den Alltag.
Ergänzend stehen verschiedene regionale Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort zur Verfügung. Der Pflegestützpunkt, die Alzheimer Gesellschaft mit ihrem Angebot FRIDA sowie der Betreuungsverein informieren über konkrete Hilfen, Beratungsmöglichkeiten und Angebote zur Entlastung von Betroffenen und Angehörigen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 23. September 2026, ab 14.30 Uhr im Hildesheimer Tanzhaus statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.