Leistungen

Voraussetzung einer Unterbringung gemäß § 63 StGB ist, dass der Betreffende in engem Zusammenhang mit einer überdauernden schweren psychischen Störung Straftaten begangen hat, weswegen ihn das einweisende Gericht als erheblich in seiner Schuld gemindert oder schuldunfähig ansah und einschätzte, dass er aufgrund seiner Störung auch zukünftig für die Allgemeinheit gefährlich ist.
Die Unterbringung ist zeitlich unbefristet.

Ziel der Behandlung ist, die psychischen Störungen soweit zu minimieren, dass der Patient zukünftig in Freiheit auch längerfristig ein straffreies Leben führen kann.

Zu diesem Zweck leben die Patienten auf überschaubaren kleinen Wohngruppen mit möglichst realitätsnaher Alltagsgestaltung, strukturiert und sehr eng begleitet durch Pflegekräfte, Pädagogen und Erzieher.

Im Rahmen von Beschulungsangeboten können die Patienten ihre Bildungskompetenzen erweitern, zudem ermöglichen Arbeits- und Beschäftigungstherapie den Erhalt und Ausbau beruflicher Fähigkeiten. Ein Sporttherapeut ergänzt das Behandlungsangebot.

Es bestehen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung innerhalb der Einrichtung, die von den Patienten möglichst selbständig genutzt und organisiert werden sollen.

In enger Vernetzung mit den vorab genannten Therapiebereichen werden psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen für persönlichkeitsgestörte, geistig behinderte und schizophrene Patienten, einschließlich einer spezifischen Sexualstraftätertherapie realisiert.

Baulich und technisch kann das Klinikum im Bundesmaßstab als hoch gesichert gelten.
Der hohe personelle Aufwand und die Intensität der breit gefächerten Behandlungsangebote sind Voraussetzung für die innere Sicherheit, aber auch die einzig mögliche Kriminalitätsprophylaxe, weil nur hierdurch, zumindest bei einem Teil der Patienten, zukünftige Straftaten vermieden und die Bevölkerung wirksam geschützt werden kann.

Diesem Ziel dienen auch unsere Kriminalprognosen, welche außerordentlich sorgfältig und mit hohem Aufwand nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, unter ständiger Realitätsprüfung und häufiger Einbeziehung klinikexterner Gutachter für Lockerungs- und Entlassungsentscheidungen erstellt werden.

Rechtliche Grundlagen für die Behandlung der Patienten im AMEOS Klinikum für Forensische Psychiatrie bilden der § 63 Strafgesetzbuch (StGB) in Verbindung mit den §§ 20,21 StGB und das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Daraus ergibt sich der Auftrag, dass die im Maßregelvollzug untergebrachten, psychisch gestörten Menschen dahingehend zu bessern sind, dass von ihnen keine erneuten erheblichen Straftaten mehr zu erwarten sind. Die Therapie soll ihnen helfen, in ein straffreies und selbst bestimmtes Leben zurückzufinden.

Das AMEOS Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie wurde 1995 in Ueckermünde gegründet und konnte 1998 einen eigens für diesen Zweck konzipierten Neubau beziehen.

Auf 66 Therapieplätzen werden derzeit Patienten behandelt, die nach § 63 StGB untergebracht sind.