Psychiatrische Versorgung in Stadt und Land

Fast jede dritte Klinik in Deutschland schreibt rote Zahlen. Rund 13 Prozent sind von Insolvenz bedroht. Das ist Ergebnis des jüngsten Krankenhaus Rating Reports. Grosse Krankenhäuser stehen meist besser da, als kleine Einheiten mit hohen Vorhaltekosten. Insbesondere auf dem Land sind kluge und neue Konzepte gefragt, die den Patient*innen entgegenkommen. Dies gilt vor allen Dingen für die psychiatrische Versorgung, denn die Häufigkeit psychischer Erkrankungen nimmt rapide zu. Sich in Behandlung zu begeben, ist für viele Betroffene ein grosser Schritt. Lokale Angebote werden dabei bevorzugt. Wie eine wohnortnahe psychiatrische Versorgung funktionieren kann, zeigt die AMEOS Gruppe im Landkreis Hildesheim.

Wir schreiben das Jahr 2007: Die AMEOS Gruppe bewirbt sich um die Übernahme des Landeskrankenhauses Hildesheim und überzeugt mit einem guten Behandlungskonzept. Nach einer Analyse der Patient*innenströme und -bedarfe wird schnell klar, dass viele psychisch erkrankte Menschen gerade in der ländlich geprägten Region Schwierigkeiten haben, die vorhandenen ambulanten, tagesklinischen oder stationären Behandlungsangebote im AMEOS Klinikum Hildesheim aufzusuchen. Zu groß sind die Entfernungen, zu komplex mitunter die Einschränkungen der Patient*innen aufgrund ihrer Erkrankung, um das entfernte Klinikum in der Großstadt Hildesheim zu erreichen.

Ein Expertenstab unter der Leitung von Michael Dieckmann, Mitglied des Vorstandes der AMEOS Gruppe, nimmt sich des Themas an und entwickelt ein Konzept zur dezentralen psychiatrischen Versorgung des Landkreises Hildesheim sowie der angrenzenden Landkreise. Dieses Konzept wird mit grossem Einsatz und jahrelanger Beharrlichkeit erfolgreich mit Ministerium und Kostenträgern verhandelt. Die Vorteile dezentraler psychiatrischer Angebote liegen auf der Hand: kurze Wege für die Patient*innen und ihre Angehörigen, schnelle Hilfe bei akuten psychiatrischen Krisen und Vermeidung stationärer Aufenthalte, um nur einige zu nennen. Ministerium und Kostenträger sind überzeugt und segnen die Planungen ab.

Das Ergebnis: 2012 wird das AMEOS Klinikum Hameln mit psychiatrischer Institutsambulanz und Tagesklinik als erster dezentraler Standort des AMEOS Klinikums Hildesheim eröffnet. Die Nachfrage ist von Beginn an hoch, die Patient*innen nehmen die neuen Behandlungsangebote hervorragend an. Kein Wunder:  das multiprofessionelle Team, bestehend aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Pflegekräften und Therapeut*innen kommt ihnen sozusagen entgegen.

Was folgt ist eine echte Erfolgsgeschichte. Weitere gemeindenahe Einrichtungen werden zur Versorgung der Patient*innen vor Ort eröffnet: Alfeld 2013, Goslar 2015, Holzminden 2018. Im Jahr 2019 wird mit der Eröffnung des AMEOS Klinikums Cuxhaven der Wachstumspfad im nördlichen Niedersachsen ausgebaut. 2020 ist die Institutsambulanz in Osterholz-Scharmbeck eröffnet worden, eine psychiatrische Tagesklinik folgt im nächsten Jahr. Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Wir arbeiten für Ihre Gesundheit.

 

Autor: Gerald Baehnisch, AMEOS West