Psychische Erkrankungen bei geistiger Behinderung

Auch geistig behinderte Menschen können psychisch erkranken.

Häufigkeit und Risiko einer zusätzlichen psychischen Erkrankung sind im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung größer. Das gesamte Spektrum psychischer Störungen kann auftreten.

Erscheinungsbild und Ausprägung der Erkrankung stellen sich dabei oftmals anders dar. Sowohl vorbestehende Verhaltensformen, als auch verminderte Fähigkeiten in der Wahrnehmung, Kommunikation und Kooperation können die Krankheitsbilder überlagern. Sonst typische Erkrankungszeichen fehlen mitunter, treten vermindert oder verändert auf und eigene Angaben können oft nicht gemacht werden. Auch zusätzliche körperliche Erkrankungen oder Behinderungen sind nicht selten

Mehr als ein Drittel aller Menschen mit geistiger Behinderung leiden zusätzlich auch an einer psychischen Erkrankung. Diese Patient*innen brauchen ein auf sie zugeschnittenes Behandlungs- und Therapieangebot.

Unser Behandlungsangebot

Das AMEOS Klinikum Osnabrück bietet mit der Spezialstation R2 ein spezialisiertes, stationäres Behandlungsangebot für psychisch erkrankte Menschen mit einer geistigen Behinderung.

In einem gemeinsam erarbeiteten individuellen Behandlungsplan möchten wir

  • eine differenzierte diagnostische Zuordnung der Symptomatik vornehmen,
  • akute Krisen und spezifische psychische Grunderkrankungen bewältigen,
  • eine optimale Medikation etablieren,
  • Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren bei Verhaltensauffälligkeiten identifizieren und differenzierte Umgangs- und Verhaltenskonzepte erarbeiten,
  • die Affektkontrolle verbessern,
  • Beziehungsstörungen reduzieren,
  • adäquate Bewältigungsstrategien im Umgang mit Belastungen erarbeiten,
  • durch bedürfnisorientiertes Arbeiten dysfunktionales Verhalten abbauen.

Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuenden und versorgenden Einrichtungen, um die Aufnahme, den Behandlungsprozess und das Entlassungsmanagement abzustimmen.