Pathologisches Spielen/ Internetsucht

Das Hauptmerkmal des Pathologischen Spielens ist beharrliches, wiederholtes Glücksspiel, das anhält und sich oft noch trotz negativer sozialer Konsequenzen, wie Verarmung, gestörte Familienbeziehungen und Zerrüttung der persönlichen Verhältnisse steigert.

Auch wenn bisher „Medienabhängigkeit“ „Internetsucht“, „pathologisches Gaming“ oder „Computersucht“ nach ICD-10 nicht als eigenständige Störungen diagnostiziert werden, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2019 endgültig die elfte Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) verabschiedet und damit auch Computerspielsucht als Krankheit anerkannt. ICD-11 tritt zwar erst 2022 in Kraft, dient aber schon jetzt als Grundlage, wenn es um Behandlungen und die Übernahme von Therapiekosten geht.

Ein grobes Kriterium ist, dass die Nutzung über eine gemäßigte, unproblematische Nutzung hinausgeht. Eine exzessive Mediennutzung mit Suchtcharakter geht häufig mit Symptomen wie einem dominanten Verlangen nach der Mediennutzung, depressiven Verstimmungen, sozialer Isolation und der Vernachlässigung von Ausbildung oder Beruf einher. Zudem werden auch partnerschaftliche oder familiäre Kontakte reduziert bzw. abgebrochen.

    Unser Behandlungsangebot

    Wir bieten in unserer suchtmedizinischen Ambulanz ein spezielles Therapieprogramm für die pathologisches Spielen und Medienabhängigkeit an. Ein Team aus langjährig erfahrenen Fachärzt*innen, psychologischen Psychotherapeut*innen, Suchttherapeut*innen, (Fach-) Pfleger*innen, Ergo- und Physiotherapeut*innen sorgt dabei für die fachliche Kompetenz in der Behandlung.
    Zu unserem ganzheitlichen Konzept bei pathologischem Spielen und Internetsucht gehören:

    • bei Komorbidität Wahlmöglichkeit zwischen teilstationärer und stationärer Behandlung.
    • Einzelgespräche zur Analyse der persönlichen Suchtentwicklung und im weiteren Verlauf zur Neuorientierung und zur Entwicklung von Perspektiven.
    • Themenzentrierte psychotherapeutische Gruppen zum Aufbau von Abstinenz-, Behandlungs- und Therapiemotivation.
    • Eine gezielte Psychodiagnostik, denn oft ist das pathologische Spielen nur Folge einer anderen psychischen Störung (z. B. Depression).
    • Unmittelbar danach kann dann, unter fachärztlicher Leitung, die diagnostizierte psychische Erkrankung gezielt medikamentös/verhaltenstherapeutisch mitbehandelt werden.
    • Ein breites Spektrum an störungsspezifischen Gruppenangeboten (z. B. zu Trauma, ADHS, Depression etc.).
    • Psychoedukation, d.h. Informationsvermittlung zum Thema nicht stoffgebundene Süchte und ihre Folgen.
    • Krisenintervention und Rückfallprophylaxe.
    • Arbeit mit Angehörigen.
    • Entspannungstraining.
    • Ergo- und Physiotherapie.
    • Sozialarbeiterische Unterstützung, denn oft hat die Spielsucht schon zu schweren finanziellen, beruflichen oder sogar juristischen „Folgeschäden“ geführt.
    • Eine enge Kooperation mit den Suchtberatungsstellen und Selbsthilfe in der Region.

    Patient*innen unserer Ambulanz, die eine stationäre Behandlung wünschen, ohne dass eine Komorbidität vorliegt, beraten wir gerne bezüglich einer Behandlung in einer Rehabilitationsklinik.

    Suchtmedizinisches Zentrum

    Anmeldung/ Aufnahme

     +49 541 313 400