19.07.2019  | AMEOS Klinikum Osnabrück

25 Jahre Weiterentwicklung statt Stillstand

Als in den 80er Jahren in der Region Osnabrück Angebote für chronisch psychisch kranke Menschen geschaffen wurden,  entstand auch auf dem Gelände des heutigen AMEOS Klinikums Osnabrück ein Wohnheim für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen. 1984 nahm das Hans-Peter-Kitzig Haus seine Arbeit auf, und seit einem Vierteljahrhundert ist der Name ist Programm.

Denn der ehemalige Medizinaldirektor Professor Hans-Peter Kitzig stand für eine fortschrittliche und innovative Psychiatrie. „Hans-Peter Kitzig hat damals die Mauern um das Krankenhaus einreißen lassen“ erinnert sich Josef Book, der Leiter der AMEOS Eingliederung Osnabrück. Und damit meinte der Namensgeber auch die Mauern in den Köpfen im Sinne der Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen.

Ziel der AMEOS Eingliederung Osnabrück ist es, die Bewohner auf ein selbstständiges Leben in ihrer eigenen Wohnung vorzubereiten. Gemeinsam mit den Bewohnern wird eine Perspektive entwickelt, wobei die individuelle Förderung sowie der Erhalt vorhandener Fähigkeiten im Mittelpunkt der Betreuung stehen.

„Früher wurde den Bewohnern sehr viel abgenommen, weil man ihnen nicht viel zugetraut hat“ berichtet Elisa Steindamm, stellvertretende Einrichtungsleitung. „Heute ist die Vermittlung einer festen Tagesstruktur ganz wichtig. Die Bewohner kaufen selber ein, kochen eigenständig und auch Wäschewaschen und putzen gehören dazu, um sie auf ein Leben in der eigenen Wohnung vorzubereiten.“ erläutert sie den Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“, der das Fundament der Arbeit in der Einrichtung bildet.

Heute gibt es drei Häuser mit insgesamt 85 Plätzen. Alle drei Häuser verfolgen dabei einen eigenen konzeptionellen Ansatz: das Hans-Peter Kitzig Haus I bietet eine sehr engmaschige Betreuung für schwer chronisch psychisch kranke Menschen. Das Hans-Peter Kitzig Haus II  bietet die Möglichkeit, die eigenen Chancen und Fähigkeiten im geschützten Rahmen auszuloten. Bei Haus III rückt das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstärkt in den Vordergrund, wesentlich mehr als in den Häusern I und II und ist damit die ‚Startrampe‘ in ein selbstständiges Leben.

Das übergeordnete Ziel ist es, jeden Einzelnen zu befähigen, in Wohnformen mit geringerer Betreuungsintensität zu wechseln. So leben mittlerweile viele ehemalige Bewohner eigenständig oder mit ambulanter Assistenz in einer Wohnung. „Darunter auch einige, von denen wir es nicht für möglich gehalten haben.“ berichtet Josef Book, der aber auch weiß, dass die Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Einschränkungen in die Gesellschaft nicht leicht ist.  Er und sein Team haben viel dafür getan, dass sich die Bewohner wirklich zu Hause fühlen. Dazu gehören im Alltag auch Ausflüge, Urlaube und Feste. Wie der Jubiläumstag, der im Rahmen des jährlichen Sommerfestes mit den Bewohnern, den Mitarbeitenden, den Familien und den Nachbarn gefeiert wurde.