Gynäkologisches Krebszentrum

In unserem Gynäkologischen Krebszentrum behandeln wir unsere Patientinnen mit Brustkrebs und Krebserkrankungen der Fortpflanzungsorgane mit den modernsten medizinischen Therapien – und gleichzeitig einer menschlichen Komponente. Unsere Abteilung ist in eine interdisziplinäre Versorgungsstruktur eingebettet und bietet so beste Voraussetzungen für die Behandlung unserer Patientinnen. Dazu gehören neben Ihrem Hausarzt auch die Ärzte und Pflegekräfte unserer Klinik sowie niedergelassene Fachärzte und Experten verschiedener Disziplinen. Gemeinsam erstellen die Spezialisten einen Behandlungsplan, in den alle Beteiligten – inklusive Sie und Ihre Angehörigen – eingebunden sind.

Unser Gynäkologisches Krebszentrum ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Wir behandeln unsere Patientinnen in einem Kompetenznetzwerk mit vielen Fachärzten aus mehreren Disziplinen.

Unsere Sprechstunde „Gynäkologischer Krebs“ findet jeden Montag und Dienstag von 14 bis 16 Uhr und jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr statt. Bitte melden Sie sich dafür im Sekretariat unserer Klinik an.

 

Zentrumsleitung

Zentrumsleitung

Dr. med. Carsten Böing
Dr. med. Carsten Böing

Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunktbezeichnung Gynäkologische Onkologie
Spezielle Geburtshilfe und Perinatologie
Spezielle operative Gynäkologie
MIC III (Minimal-invasive Chirurgie der Stufe III) IBCLC, AGUB II

 +49 208 695-241

  +49 208 695-5499

 gynaekologie.stc(at)ob.ameos.de

Vorteile

Vorteile

Die Vorteile unseres zertifizierten Krebszentrums auf einen Blick:

  • Optimale medizinische Behandlung und Versorgung
  • Modernste medizinische Ausstattung
  • Individuelle Begleitung und Betreuung von der Diagnose bis zur Nachsorge
  • Vernetzung aller zur Behandlung notwendigen Ärzte und Experten
  • Hochkompetente Ärzte mit spezialisiertem Know-how
  • Speziell geschultes Fachpersonal
  • Interdisziplinäre Kompetenz in einem eingespielten Team
  • Sehr gute Erfahrung in Diagnose und Therapie
  • Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Einbindung in internationale Studien
Krebsarten

Krebsarten

Unter gynäkologischem Krebs werden Erkrankungen zusammengefasst, die die Fortpflanzungsorgane der Frau betreffen. Dazu zählen folgende fünf Krebsarten:

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren. Da in  frühen Stadien meist keine Symptome auftreten, wird er oft erst spät erkannt. Bei Verdacht auf Eierstockkrebs kommt der Operation eine wichtige, entscheidende Rolle zu. Der Krebs wird häufig in einem Stadium entdeckt, in dem neben den Eierstöcken auch das Bauchfell und die Lymphknoten entlang der großen Gefäße betroffen sein können.

Das oberste Behandlungsziel ist die „vollständige“ Operation, bei der alle sichtbaren Tumore entfernt werden. Dabei handelt es sich um Operationen, bei denen neben der Gebärmutter und den Eierstöcken große Teile des Bauchfells, der Lymphknoten entlang der großen Bauchgefäße und unter Umständen auch andere Organe entfernt werden müssen.

Die Klinik für Gynäkologie am AMEOS Klinikum St. Clemens Oberhausen ist auf diese Eingriffe spezialisiert. Die Behandlungsergebnisse in spezialisierten Zentren mit hoher operativer Erfahrung sind besser als in anderen Kliniken.

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

Beim Gebärmutterkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Gebärmutterkörpers, der sich fast immer aus der Schleimhaut entwickelt. Frauen nach den Wechseljahren sind am häufigsten davon betroffen. Gebärmutterkrebs wird meist früh entdeckt, da unregelmäßige Blutungen und erneute Blu-tungen nach den Wechseljahren ein Frühsymptom darstellen. Die Operation ist die Therapie der ersten Wahl. Die Gebärmutter und die Eierstöcke müssen entfernt werden. In Abhängigkeit von der Ausdehnung und dem Tumorverhalten ist in einigen Fällen eine Lymphknotenentfernung entlang der großen Bauchgefäße notwendig. Die Operation bei Gebärmutterkrebs wird klassisch durch einen Bauchschnitt durchgeführt.

Das AMEOS Klinikum St. Clemens hat sich darauf spezialisiert, diesen Eingriff in frühen Stadien nicht nur per Bauchschnitt, sondern auch per Bauchspiegelung durchzuführen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bauchspiegelung gerade bei den früh entdeckten Formen die gleiche Sicherheit wie ein Bauchschnitt bietet. Bei einer Bauchspiegelung sind Wundheilungsstörungen weitaus seltener als bei einem großen Bauchschnitt. Hiervon profitieren insbesondere Patientinnen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Übergewicht.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Bösartige Tumoren der Gebärmutter sind die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. Tumoren, die am unteren Teil der Gebärmutter entstehen, bezeichnet man als Gebärmutterhalskrebs. Sie entwickeln sich meist aus Gewebeveränderungen am Muttermund, dem Ausgang des Gebärmutterhalses in die Scheide. In der Behandlung des Gebärmutterhalskrebses stehen grundsätzlich zwei verschiedene Therapien zur Auswahl: Operation oder Strahlen(chemo)therapie. Bei der Entscheidung für die Therapie ist die richtige Einschätzung der Tumorausbreitung sehr wichtig.

Die Einschätzung des Tumorstadiums erfolgt auf folgenden diagnostischen Wegen:

  • Die klinische Untersuchung wird bei uns durch einen versierten gynäkologischen Onkologen durchgeführt.
  • Eine Kernspintomographie des Unterleibes (MRT) kann zusätzliche Informationen liefern.
  • Als besondere Leistung führen wir bei großen Tumoren eine Bauchspiegelung mit Entfernung der Lymphknoten entlang der Bauchschlagader durch (laparoskopische, paraaortale Staging-Lymphonodektomie).

Dadurch können wir bei großen Tumoren feststellen, ob der Tumor sich über die Lymphknoten auf den Bereich der großen Bauchschlagader ausgebreitet hat.

Schamlippenkrebs (Vulvakarzinom)

Bösartige Erkrankungen der Schamlippen sind selten. In den letzten Jahren treten diese Veränderungen häufiger auf. Gerade bei jüngeren Patientinnen ist eine Zunahme in dem Bereich zwischen Harnröhre und Klitoris zu verzeichnen. Schamlippenkrebs entwickelt sich meist über Vorstufen, so dass eine Früherkennung möglich ist. Beschwerden wie Brennen, Jucken, Schmerzen oder ein tastbarer Knoten können auf eine Veränderung hinweisen. Ein bösartiger Tumor wird durch eine Operation entfernt. Die Aussicht auf definitive Heilung ist nach erfolgreicher Operation sehr groß. Wir legen besonderen Wert darauf, dass nur so viel von den Schamlippen entfernt wird, wie es für die Tumortherapie notwendig ist. Meist können die Schamlippen zum Teil erhalten bleiben. Bei den größeren Tumoren müssen die Lymphknoten in den Leisten entfernt werden. Hier setzen wir in geeigneten Fällen als Besonderheit die Wächterlymphknotenentfernung (Sentinel-Lymphknotenentfernung) ein – so wie dies seit Jahren auch beim Brustkrebs üblich ist.

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist eine seltene Tumorerkrankung.  Sie machen nur 0,3% aller bösartigen Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane aus. Am häufigsten erkranken ältere Frauen daran. In fast 90 Prozent der Fälle entwickelt sich ein primäres Vaginalkarzinom aus der obersten Schleimhautschicht. Dabei handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome.

Die meisten in der Scheide vorkommenen Tumoren entstehen vorwiegend durch bösartige Tumoren in den Nachbarorgenen und nicht primär in der Schleimhaut der Vagina. Ein bösartiger Tumor kann bspw. im Bereich der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane in das Scheidengewebe einwachsen.


Vorsorge und Früherkennung

Sehr viele Frauen rund um die Welt sind jedes Jahr neben Brustkrebs auch von Krebserkrankungen der Fortpflanzungsorgane betroffen.

Obwohl die Medizin bei der Behandlung von Krebs stetig Fortschritte erzielt, ist die Vorsorge weiterhin das beste Mittel um Leben zu retten.

Die Krebsvorsorge sollte daher regelmäßig durch den behandelnden Frauenarzt durchgeführt werden. Diese Kontrolluntersuchungen sind normalerweise schmerzfrei und können Schlimmeres verhindern. Viele Krebsarten verlaufen in ihrem Entstehungsstadium ohne Symptome. Eine frühe Erkennung kann daher lebensrettend sein.

Ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper und ein gutes Körpergefühl können zudem helfen Veränderungen des Menstruationszyklus, kleinere Beschwerden im Bauchbereich oder Knötchen im Brustgewebe zu erkennen und frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Diagnostik und Therapie

Jeden Donnerstag treffen sich die Kooperationspartner zu einer interdisziplinären (fachübergreifenden) Tumorkonferenz im AMEOS Klinikum St. Clemens Oberhausen.

Regelmäßige Teilnehmer sind die Ärzte der AMEOS Klinika Oberhausen und niedergelassene Fachärzte. Wenn Sie an einer gynäkologischen Krebsform erkrankt sind, wird Ihr persönliches Krankheitsbild - am besten noch vor der eigentlichen Behandlung - im Expertengremium ganzheitlich durchleuchtet und besprochen.

Gemeinsam wird die Diagnostik festgelegt, die speziell für Sie noch erforderlich ist. Das können die Bestimmung der Tumormarker, eine Sonografie (Ultraschall), ein CT (Computertomographie), ein MRT (Magnetresonanztomographie) sein, bis hin zur Bestimmung der Risikofaktoren familiärer Vorbelastung für Krebs und vieles mehr.

Sind alle Befunde vollständig, wird in der Tumorkonferenz unter Einbeziehung aller Aspekte Ihre weitere Behandlung festgelegt.

Die Operation

Bösartige gynäkologische Tumoren werden im Normalfall operativ entfernt. Dies geschieht so schonend wie möglich. Je nach Lage und Beschaffenheit des Tumors entfernen die erfahrenen Operateure das erkrankte Gewebe entweder mittels klassischem Bauchschnitt oder endoskopisch per Bauchspiegelung.

Die Endoskopie - die „Schlüssellochchirurgie“ - ist eines der Spezialgebiete der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Dr. med. Carsten Böing besitzt das Zertifikat der höchsten Qualifikationsstufe „Minimalinvasive Chirurgie (MIC III)“ der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE).

Ambulante Chemotherapie

Wir führen die meisten Chemotherapien ambulant durch. Diese medikamentöse Therapie ist häufig mit zahlreichen Fragen verbunden. Wir bieten Ihnen hier kompetente Hilfe an.

Kompetenznetz

Kompetenznetz

Das Zertifizierte Gynäkologische Krebszentrum ist ein Kompetenznetz aus spezialisierten Gynäkologen, Physiotherapeuten, Radiologen, Ernährungstherapeuten, (Psycho-)Onkologen, Strahlentherapeuten und Palliativmedizinern. Wir sind interdisziplinär ausgerichtet, um unseren Patienten eine umfassende Diagnostik und Therapie anbieten zu können.

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Tumorkonferenzen

Tumorkonferenzen

Unter Beteiligung aller Fachdisziplinen wird jeder Krankheitsfall individuell und interdisziplinär besprochen. Hierbei werden nationale und internationale Behandlungsempfehlungen (Leitlinien) berücksichtigt. Durch die Kooperation mit anderen Fachabteilungen und mit Kollegen, die in die Versorgung von krebserkrankten Patientinnen einbezogen sind, kann ein individueller und gleichzeitig an den Leitlinien orientierter Behandlungsplan erstellt werden.

Nach der Operation wird Ihr Status erneut im Expertengremium vorgestellt. Der Beschluss, ob und welche Maßnahmen in Ihrem Fall erforderlich sind, ist sehr komplex - hier liegt eine der herausragenden Stärken der Tumorkonferenz: der multiprofessionelle und ganzheitliche Ansatz. Die Behandlungsschritte werden immer gemeinsam und individuell auf Ihre Situation abgestimmt. Über jede Tumorkonferenz wird ein Protokoll erstellt, das an alle beteiligten Ärzte geschickt wird. So werden Ihnen nicht nur Doppeluntersuchungen erspart, sondern es wird der lückenlose Informationsfluss von der ersten Diagnose bis zum Ende der Therapie und darüber hinaus gewährleistet. Der ganzheitliche Ansatz beinhaltet zudem die Integration nicht rein medizinischer Leistungen, von der Ernährungsberatung über die Seelsorge und psychoonkologische Betreuung, bis hin zur Anbindung an Selbsthilfegruppen.