Stillen

Bedeutung für das Kind

Bedeutung für das Kind

Muttermilch ist spezifisch auf den Menschen zugeschnitten, um das Gehirnwachstum zu fördern und sowohl gegen akute als auch chronische Krankheiten zu schützen. Künstliche Säuglingsmilch bewirkt keinen dieser Effekte. Stillen schützt vor Infektionen, da das Kolostrum und die Muttermilch besondere positive Eigenschaften haben.

Während der Stillzeit treten beim Kind 40-60 % weniger

  • Magen-Darminfekte
  • Atemwegsinfekte
  • Mittelohrentzündungen
  • Harnwegsinfekte
  • Hautausschläge
  • Ekzeme

auf.

Stillen

  • fördert die geistig-seelische Entwicklung
  • fördert die Seh- und Hörfähigkeit
  • kräftigt die Mundmuskulatur, Zahnfehlstellungen sind bei gestillten Kindern seltener
  • ist die beste Allergieprävention
  • senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod

Gestillte Kinder erkranken seltener an

  • Diabetes mellitus Typ I
  • Leukämie (Blutkrebsrisiko)
  • Adipositas
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn/ Colititsulcerosa)
Bedeutung für die Mutter

Bedeutung für die Mutter

  • die Gebärmutter bildet sich besser zurück
  • Stillen stärkt das Selbstbewusstsein der Frau
  • Stillen hilft bei der Gewichtsreduktion – der Kalorienbedarf wird über eine bessere Nahrungsverwertung gesichert
  • 30% weniger häufig Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt bei Frauen, die gestillt haben
  • das Risiko später an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, sinkt
Frühes Anlegen

Frühes Anlegen

  • Sie erleben Ihr Kind aktiv und bekommen das Gefühl, dass „alles funktioniert“
  • das Saugen stimuliert die Speichelproduktion, Speichel enthält Enzyme zur Vorverdauung der Nahrung
  • das Saugen hilft auch, die Atemwege von Schleim zu befreien, weil jeweils kleine Mengen davon mitgeschluckt werden
  • Kolostrum enthält
    • sehr hohe Anteile an Immunfaktoren – wichtig für die Grundimmunisierung des Kindes
    • hohe Zellanteile, die die Darmwände auskleiden – Schutz vor Allergien
    • hoher Mineralgehalt - ernsten Flüssigkeitsverlusten vorbeugen
    • alle essentiellen Eiweiße und Fettsäuren
    • Enzyme – förderlich für die Verdauung
    • Hormone und Wachstumsfaktoren für die Darmreifung
    • stabilisiert die Bifidusflora im Darm und verhindert das Wachstum von schädlichen Bakterien
    • fördert die Mekoniumsausscheidung und verringert das Risiko einer Neugeborenengelbsucht
Nichtstillende

Nichtstillende

Unabhängig von der gewählten Ernährungsweise benötigen Sie und Ihr Kind günstige Bedingungen, um sich kennenzulernen und Bindung aufbauen zu können. Dazu benötigen Sie Zeit, Privatheit, Hautkontakt und Augenkontakt. Dabei helfen wir Ihnen.

Wir haben Respekt vor Ihrer Entscheidung nicht Stillen zu wollen.

Stillende Essen

Stillende Essen

In der Stillzeit bekommen Mütter viele und widersprüchliche Ratschläge, was sie essen dürfen und was sie meiden sollen. Bei uns ist die Vorstellung, dass blähende Nahrungsmittel in der mütterlichen Ernährung dem Baby Beschwerden verursachen, stark verbreitet. Wissenschaftlich ist dies nicht bewiesen.

Wichtig ist:

  • Trinken nach Durst
  • Koffein max. 300mg Koffein/Tag sind erlaubt
  • sogenannte blähende Nahrungsmittel müssen nicht generell vermieden werden. Die meisten Kinder vertragen die Muttermilch nach dem Verzehr von sogenannten blähenden Nahrungsmitteln ohne Probleme.
  • Nahrungsmittel, die den Geschmack der Muttermilch beeinflussen sind erlaubt, z.B. Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, einige Gewürze. Die Babys scheinen die Abwechslung im Geschmack zu mögen.
  • Abmagerungsdiäten sind für stillende Mütter nicht empfehlenswert. Empfohlen wird eine moderate Gewichtsabnahme von bis zu 2 kg pro Monat, wenn es gewünscht wird. Die tägliche Kalorienzufuhr sollte in der Stillzeit nicht weniger als 1800Kcal betragen. Umweltgifte und PCB sind im Fettgewebe gespeichert, ein schnellerer Gewichtsverlust kann deren Konzentration in der Muttermilch erhöhen.
Milchproduktion

Milchproduktion

  • Hühnersuppe
  • Malz (Malzbier, Carokaffee, Malzlutschbonbons)
  • Milch
  • Lotuswurzel
  • Kräutertees (vor allem Fencheltee)
  • Milchbildungskugeln aus Getreide
  • Gerstengerichte
  • Haferschleim

Wissenschaftlich ist die Steigerung der Milchproduktion durch bestimmte Nahrungsmittel nicht bewiesen. Die empfohlenen Nahrungsmittel sind meist energiereich, aus diesem Grunde können sie in der Stillzeit hilfreich sein.

Am besten ist es bei zu geringer Milchmenge das Kind häufiger anzulegen.

Rezept

Rezept

Milchbildungskugeln:

1kg Weizen, Gerste und Hafer mischen,
grob schroten und in einer Pfanne bis zur Bräunung rösten.
Nach dem Abkühlen in eine große Schüssel geben und
300g gekochten Vollreis sowie
350g kalte Butter zugeben und mit
1 Glas Wasser einrühren.

350g Honig zufügen und unterrühren

Aus dieser Menge Bällchen formen (zwei Zentimeter Durchmesser).

Es ist vermutlich auch ausreichend, wenn Sie nur 1/3 der Rezeptmenge herstellen. Die Kugeln können eingefroren und dann portionsweise aufgetaut werden.
Im Kühlschrank halten sich die Bällchen ca. 1 Woche.

Eisen

Eisen

Die empfohlene Eisenzufuhr während der Stillzeit beträgt 20mg/Tag. Dies kann normalerweise durch eine gesunde Ernährung gedeckt werden.

Die Aufnahme des Eisens wird durch gleichzeitigen Konsum von Vit C-haltigen Nahrungsmitteln (Obst- und Fruchtsäfte, Paprika) gefördert.

Kaffee und Schwarztee hemmen die Eisenaufnahme.

Eisenhaltige Nahrungsmittel sind: Fleisch, Eier, Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Nüsse, Mandeln, Himbeeren, Möhren, schwarze Johannisbeeren.

Sport

Sport

Eine moderate sportliche Betätigung wirkt sich weder auf Quantität noch auf Qualität der Muttermilch nachteilig aus.

Checklisten Stillen

Checklisten Stillen

Wir haben eine Checkliste entwickelt, mit der wir in der täglichen Routine alle wichtigen Punkte zum Stillen mit Ihnen erarbeiten, u.a.:

  • Frühe Hungerzeichen beim Kind
  • Brustmassage
  • Korrektes Anlegen
  • Stillpositionen
  • Stillfrequenz

Wir wollen, dass Sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und sagen, ich habe das Gefühl, dass es klappen wird.