Verbrennungschirurgie

Die Verbrennungschirurgie befasst sich mit dem größten und empfindlichsten Organ des Menschen – der Haut. Wird sie verbrüht, verbrannt, verätzt, durch Strom oder Blitzschlag verletzt, beginnt ein schmerzhafter und langwieriger Heilungsprozess. Während eine leichte (erstgradige oder oberflächlich zweitgradige) Verbrennung von selbst verheilt, erfordern schwerere Verbrennungen (tief zweitgradig und drittgradig) plastisch-chirurgische Hilfe.

Meist haben es Verbrennungschirurg*innen mit Notfällen zu tun. Im Vordergrund steht dabei die Kreislaufstabilisierung, die Versorgung mit Schmerzmitteln und der Schutz vor Unterkühlung. Weiterhin müssen die Chirurg*innen eine Verkeimung der großflächigen Wunden verhindern und, wenn nötig, eine Hauttransplantation vornehmen.

Neben der Wiederherstellung der Bewegungsfunktionen, etwa bei einer verbrannten und vernarbten Armbeuge / Ellenbeuge oder bei bewegungseingeschränkten Fingern oder Händen, kümmert sich die Verbrennungschirurgie auch um die ästhetische Behandlung. Entstellende Narben oder Brandmale werden dabei an sichtbaren, von der Kleidung nicht zu verbergenden Körperstellen beseitigt.

Aufwendige Patient*innen-Versorgung

Aufwendige Patient*innen-Versorgung

In der Regel beginnt die Beschäftigung mit dem Thema Brandverletzungen erst dann, wenn der Ernstfall eingetreten ist. So ist es meistens nicht bekannt, dass in Deutschland bereits seit den sechziger Jahren ein Netz von mittlerweile 38 spezialisierten Zentren für Schwerbrandverletzte aufgebaut wurde, das auf Brandopfer eingestellt ist. In 183 Betten, verteilt auf Kliniken von Lübeck bis Murnau, konzentrieren sich Spezialisten*innen auf die aufwendige Patient*innen-Versorgung.

Eine hochmoderne Intensivmedizin, kontinuierliche Patient*innen-Überwachung, die durchgehende Verfügbarkeit von Hauttransplantaten, der Bau von Personen- und Materialschleusen sowie klimatisierten Einzelzimmern sind notwendig und teuer. Auch die physiotherapeutische, ergotherapeutische und psychologische Betreuung muss für alle Patient*innen gewährleistet sein. Die ärztlichen Leiter*innen eines Schwerverbranntenzentrums müssen eine fundierte plastisch-chirurgische Ausbildung haben, im Idealfall kümmert sich ein /eine Ärzt*in um zwei Schwerverbrannte, eine Pflegekraft pro Schicht um einen / eine Patient*in.

Verbrennungszentren

Verbrennungszentren

Großflächige Verbrennungen, Verbrühungen und Verätzungen zweiten und dritten Grades erfordern eine besonders schnelle und spezialisierte Behandlung. Seit den sechziger Jahren wurde daher in der Bundesrepublik ein Netz von Verbrennungszentren aufgebaut, das Brandopfern schnelle und umfassende Hilfe bietet. Klimatisierte und sterile Einzelzimmer sowie eine intensive Betreuung unter Anleitung eines / einer plastischen Chirurg*in sorgen für die ideale Versorgung der Intensivpatient*innen.