Lipödem

Das Lipödem ist eine häufige Erkrankung. Jede achte bis zehnte Frau leidet an ihr. Betroffen sind die Beine, weniger häufige auch die Arme. Meist findet sich eine Überbetonung der unteren Körperhälfte. Eine diätetische Gewichtsreduktion führt nicht zur Besserung. Zudem können auch schlanke Patientinnen an einem Lipödem erkranken. Ein zu hohes Körpergewicht scheint somit nicht die Ursache sein.

Symptome des Lipödems

Häufig kommt es schon mit der Pubertät oder einer Schwangerschaft zum ersten Auftreten von Symptomen. Müde und schwere Beine sind ein Teil des Krankheitsbildes. Betroffene beschreiben ein Spannungsgefühl. Allein die Berührung der Haut ist manchmal schon schmerzhaft. Das Fettgewebe unter der Haut verhärtet sich. Manchmal können Knoten getastet werden. Im Kontrast bleiben unterhalb der Knöchel die Füße ohne Schwellung und schon fast zierlich. Nicht selten bestätigen Betroffene einfach so auftretende Blutergüsse.

Das Lipödem wir in drei, manchmal vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1: Das Fettgewebe unter der Haut ist verdickt. Das Fett scheint feinknotig.
  • Stadium 2: Die Hautoberfläche wird uneben. Es bilden sich Dellen und Beulen. Die Fettknoten werden größer und gröber.
  • Stadium 3: Es bilden sich Taschen und Haut-Weichteillappen. Das Fettgewebe verfestigt sich weiter und wird hart.  
  • Stadium 4: Ein Lymphödem kann sich entwickeln, als sogenanntes Lipolymphödem.

Es können verschieden Verteilungsmuster und damit Typen beobachtet werden:

  • Typ 1: Bereich um Hüfte, Gesäß und Oberschenkel
  • Typ 2: Knieregion
  • Typ 3: gesamte Beine von den Hüften bis zu den Knöcheln
  • Typ 4: gesamte Arme mit Schulterregion bis an die Handgelenke
Ursache und Therapie

Das Krankheitsbild ist medizinisch noch nicht verstanden. Beim Lipödem scheint es zur Vermehrung krankhafter, geschwollener Fettzellen zu kommen. Die Schwellung könnte durch einen vermehrten Austritt von Körperwasser und auch Blut aus einem geschädigten Gefäßsystem ins Gewebe verursacht sein. Es scheinen dabei die feinsten Gefäße, die Kapillaren, betroffen. Der physiologische Abtransport wird überlastet. Aus dem Überschuss resultiert eine Anreicherung im Bindegewebe und den betroffenen pathologischen Fettzellen. Damit resultiert eine schmerzhafte Schwellung des Fettgewebes.

Eine ursächliche Therapie existiert insofern nicht. Kompressionstherapie und Lymphdrainage können Linderung bringen. Diese ergibt häufig aber keine ausreichend Schmerzmilderung. Zudem ist diese Therapie symptomatisch und nicht nachhaltig. Sie muss lebenslang konsequent fortgeführt werden.

Dauerhafte Entlastung durch Liposuction

Zur dauerhaften Entlastung kann das geschwollene Fettgewebe durch eine Fettsaugung, also durch eine Liposuction, entfernt werden. Durch eine großflächige Volumenreduktion wird Druck aus dem Gewebe genommen. Das Verfahren muss möglichst schonend sein, um die Blut- und Lymphgefäße nicht weiter zu schädigen und damit das System zu belasten.

Ein besonders schonendes und dadurch modernes Verfahren stellt die wasserstrahlassistierte Fettsaugung (WAL) dar. Durch einen feinen Wasserstrahl, abgegeben direkt aus der Absaugkanüle, werden Fettzellen aus dem Gewebeverbund gelöst. Die Blutgefäße ziehen sich unter dem Strahl zusammen, sodass eine Schädigung zusätzlich verringert wird. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Verfahren können mit der WAL große Mengen Fettgewebe in einer Sitzung abgesaugt werden. Wurde früher die kritische Menge ab 3 bis 4 Liter angegeben, können mit der WAL durchaus bis zu 5 bis 8 Liter in einer Sitzung entfernt werden. Die absolute Menge der Eingriffe lässt sich so deutlich reduzieren.

Bei älteren Verfahren wird das Fettgewebe mit einer speziellen Flüssigkeit infiltriert. Diese Lösung zur Vorbereitung des Fettgewebes wird Tumeneszenzlösung genannt. Sie sollte ca. 40 bis 60 Minuten vor der eigentlichen Saugung im Gewebe wirken. Bei der WAL entfällt diese Einwirkzeit. Die Operation wird deutlich kürzer und verträglicher. Auch dem Problem der körperlichen Auskühlung kann so gut entgegen gewirkt werden. Es wird nur noch ein wesentlich geringeres Volumen der Tumeneszenz benötigt, sodass sich die Flüssigkeitsbelastung der Körpers reduzieren lässt. Das Risiko einer Komplikation wird erheblich verringert.

In der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie im AMEOS Klinikum Mitte Bremerhaven nutzen wird das sehr gute Gerät Body-jet Evo der Firma humanmed. Dieses Gerät zur WAL erlaubt die schonende und gleichzeitig präzise Liposuction großer Fettmengen.