Handchirurgie

Die Hand stellt flächenmäßig zwar nur einen relativ kleinen Teil unseres Körpers dar; sie birgt jedoch eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die dem Menschen unvergleichliche handwerkliche, gestalterische, künstlerische und emotionale Möglichkeiten „an die Hand“ gibt.

Diese Zusammensetzung macht die Hand zu einem äußerst komplizierten Organ. In ihrer komplexen Funktion ist sie Grundlage der Entwicklung des Menschen. Als Einziger ist der Mensch in der Lage seinen Daumen dem Langfinger gegenüber zu stellen (Opposition). So erst wurden  differenzierte und feine Greifformen möglich. Diese war die Voraussetzung zur Entwicklung und präzisen Nutzung von Werkzeug. Unsere interagierenden gesellschaftlichen Gefüge sind begründet in der Fähigkeit zu „begreifen“.

Handchirurgie als Spezialfach

Handchirurgie als Spezialfach

Das Vorhandensein vieler anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse der Ärzt*innen voraus. Die Verbindung zwischen der Plastischen Chirurgie und der Handchirurgie ist maßgeblich in der atraumatischen Operationstechnik zu sehen. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht beinanderliegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und Blutgefäßen eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen.

Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen und die Replantationen abgetrennter Finger. Das Aufgabengebiet erstreckt sich im Weichteilbereich bis auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen.

Störungen der Hand

Störungen der Hand

Die Hände agieren zumeist ungeschützt. Ähnlich wie das Gesicht sind sie nur in wenigen Ausnahmesituationen bekleidet. Von Bedeutung ist außerdem die Lokalisation der Hände am Ende der Arme, wodurch besondere Mobilität, Distanz vom übrigen Körper und frühzeitiges Erkennen und Abwehren bestimmter Gefahren ermöglicht wird. Gleichzeitig ist die Hand exponiert und besonders verletzlich. Etwa 33% aller Arbeitsunfälle lokalisieren sich an der Hand. Tätigkeiten in Haus und Garten können schweren Verletzungen zur Folge haben. Manchmal führt es zur lebenslangen Beeinträchtigung oder Funktionsverlust der Hand. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit und sogar der Verlust der Anstellung können die Konsequenz sein.

Auch zerstörende Krankheiten oder Fehlbildungen können die händische Fähigkeit beeinträchtigen. Die sehr hohe Dichte der Strukturen erlaubt vielerlei Möglichkeiten einer Störung. Eine Erkrankungen oder Verletzungen erfordern daher die Versorgung durch kompetente Spezialist*innen. Für die „Zusatzbezeichnung Handchirurgie“ sind eine mindestens dreijährige Weiterbildung an einem berechtigtem Zentrum, ein mikrochirurgisches Operationsspektrum und eine Prüfung notwendig. 

In der Klinik Plastischen, Hand- und Wiederherstellungschirurgie im AMEOS Klinikum Mitte Bremerhaven werden alle Erkrankungen und Verletzungen der Hand behandelt. Ziel ist es immer, die Funktionsfähigkeit der Hand wieder herzustellen. Dafür stehen ein spezielles hochauflösendes Röntgendurchleuchtungsgerät, ein Operationsmikroskop und Geräte zur Handgelenksspiegeleung (Arthroskopie, Schlüssellochtechnik) zur Verfügung.

Behandlungsspektrum

Behandlungsspektrum

  • Knochenbrüche
  • Verschleißerkrankungen - Arthrose - Gelenkverschleiß
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Nervenengstellen (z.B. Carpaltunnelsyndrom)
  • Tumoren (Knochen und Weichteile)
  • Dupuytrensche Kontraktur
  • Erfrierungen & Verbrennungen
  • Tierbissverletzungen
  • Verletzungen von Nerven, Blutgefäßen oder Sehnen
  • Rheumatische Veränderung
  • Entzündungen der Weichteile und Gelenke
  • Penetrationsverletzungen durch Fremdkörper oder Flüssigkeitsinjektionen mit Druck
  • Tiefe Riss-, Quetsch- und Schnittwunden
  • Fehlbildungen
  • Motorische Ersatzplastiken (beim Ausfall von Muskeln oder Nervengruppen)