23.01.2020  | AMEOS Klinikum Alfeld

Patienten-Akademie Alfeld: Vortrag zur ADHS im AMEOS Klinikum Alfeld bot eine Einordnung für Betroffene

Was lange als Erkrankung im Kindesalter galt, betrifft bei aktueller Betrachtung drei bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung: ADHS. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Sie beginnt in der Regel bei Kindern, reicht aber für bis zu 60 Prozent der Betroffenen ins Erwachsenenalter hinein.

Dr. Jutta Kammerer-Ciernioch sprach vor einem zahlreich erschienenen Publikum der Patienten-Akademie Alfeld während des ersten Themenabends aus dem diesjährigen Veranstaltungsprogramm zu „ADHS im Erwachsenenalter“. Die vom AMEOS Klinikum Alfeld und dem Förderverein des Alfelder Krankenhauses organisierte Informationsreihe zu medizinischen Fragen hatte mit diesem Thema offensichtlich einen Nerv getroffen.

Die Ärztliche Direktorin der psychiatrischen AMEOS Klinika Hildesheim, Goslar, Hameln und Holzminden führte aus, wie sich die Symptome im Alltag der Betroffenen darstellen: Unaufmerksamkeit, übertriebene Aktivität und Impulsivität sind Anzeichen. „80 Prozent der Erwachsenen leiden zusätzlich unter weiteren psychischen Erkrankungen und Funktionsstörungen“, so Dr. Kammerer-Ciernioch.

Nahezu jeder Dritte ist mindestens einmal im Leben von einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung betroffen, informierte die Ärztin. Als Warnzeichen für ADHS könnten zeitlich überdauernde Konzentrationsschwierigkeiten, rasche Ablenkbarkeit, chaotische Arbeitsorganisation, rasche Reizbarkeit, ständige Ungeduld oder Langeweile gelten. Eine ärztliche Untersuchung ist dann angezeigt, möglicherweise gefolgt von einer psychiatrischen Begutachtung beim Facharzt.

Meist beginnen die Symptome vor dem siebten Lebensjahr, verunsichern die Betroffenen oft über viele Jahre. „Bereits Aufklärung und Beratung über die Erkrankung führt bei den meisten Erwachsenen mit ADHS häufig zu einer deutlichen Entlastung“, weiß  Dr. Kammerer-Ciernioch. Möglichkeiten der Behandlung bestehen durch Medikamente und Psychotherapie. Fachärzte können weiterhelfen, machte die Medizinerin deutlich. 

Der nächste Termin ist Mittwoch, 19. Februar, 18 Uhr mit dem Thema „Sepsis - eine unterschätzte Gefahr“, bei dem Dr. Heike Osterholz-Middendorf, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, über Blutvergiftung informiert. Veranstaltungsort sind die Vortragsräume im Sockelgeschoss, AMEOS Klinikum Alfeld, Landrat-Beushausen-Straße 26, 31161 Alfeld. Der Eintritt wird wie gewohnt kostenfrei sein.