23.04.2020

Psychologische Unterstützung während der Corona-Krise

Das AMEOS Klinikum Inntal erweitert seine ambulanten Therapieangebote

Krisensituationen stellen das Leben auf den Kopf. Ähnlich wie zur Hochwasser-Katastrophe 2016 bietet das AMEOS Klinikum Inntal schnelle psychologische Hilfe an: Psychotherapeutische Gespräche über Telefon, Video oder auch persönlich in der ambulanten Sprechstunde. Auf lange Wartezeiten oder umständliche Antragswege wird verzichtet.

Der Weg zu uns

Über die Telefonnummer 08571 – 985 985 können sich Hilfesuchende von Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr an qualifiziertes Fachpersonal wenden. Zudem steht unter dem Link www.ameos.eu/krisenberatung-inntal ein Kontaktformular zur Verfügung. Beide Wege führen zu einem ersten telefonischen Orientierungsgespräch. „Gemeinsam entscheiden wir im Anschluss, welche Behandlung in Frage kommt. Im AMEOS Poliklinikum Inntal können wir zeitnahe Psychotherapieplätze anbieten. Dies ist in unseren Räumlichkeiten unter Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen gut umsetzbar. Auch Termine für Telefon- oder Videosprechstunden können wir zeitnah einrichten.“, erklärt Dr. Margarete Liebmann, Chefärztin der Transkulturellen Akutstation am AMEOS Klinikum Inntal. Schon während des Hochwassers koordinierte sie die Vermittlung kurzfristiger ambulanter Psychotherapieplätze am Klinikum und gab damit der krisenerschütterten Bevölkerung in Rottal-Inn emotionale Entlastung, Halt und Orientierung.

Was 2020 anders ist

Zur Flutkatastrophe erklärt Dr. Liebmann: „Vor vier Jahren standen wir auf einmal buchstäblich vor Trümmern. Doch im selben Atemzug erlebten wir eine große Solidarität. Menschen kamen zusammen, umarmten sich, klopften sich auf die Schulter und packten gemeinsam an. Das Ausmaß der Zerstörung war sichtbar und gemeinsam wurde wieder aufgebaut. Die Bedrohung durch das Corona-Virus ist dagegen weitestgehend unsichtbar. Wir versuchen uns bestmöglich zu schützen, halten Sicherheitsabstand ein und bleiben soweit es möglich ist zuhause. Doch die Bedrohung begleitet uns. Dadurch, dass wir sie nicht sehen können wird jeder Mitmensch zum potentiellen Überträger. Umarmungen und Schulterklopfen sind auf einmal keine Gesten des Trostes mehr, sondern Gesundheitsrisiken. Die Auswirkungen auf unsere Psyche werden wir noch lange in Form von Angst- und Bindungsstörungen spüren.“

Frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen

Die geltenden Ausgangsbeschränkungen und die Veränderungen des öffentlichen Lebens haben den Alltag der Menschen komplett verändert. „Dabei ist Alltag enorm wichtig: Er gibt unserem Leben Struktur. Natürlich kann man sich auch während der häuslichen Isolation einen neuen Rhythmus geben, z.B. durch feste Stundenpläne und vereinbarte Telefonate mit Familie und Freunden. Doch vor allem Menschen, die sich vorher schon in psychischen Krisensituationen befanden oder für die das eigene Zuhause kein sicherer Ort ist brauchen jetzt professionelle Unterstützung.“

Dr. Liebmann appelliert daran, sich möglichst früh Hilfe zu holen: „Bevor die Tränen kommen und Belastungssituationen  nicht mehr aushaltbar sind, sollten sich die Betroffenen Hilfe suchen. Wir arbeiten dafür, dass Hilfesuchende bei uns möglichst schnell versorgt werden. Ambulant, über Telefon, Video oder vielleicht auch in einem stationären Aufenthalt.“

Das Servicetelefon ist erreichbar von Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr unter der Telefonnummer 08571 – 985 985. Unter www.ameos.eu/krisenberatung-inntal können Hilfesuchende ihre Telefonnummer für einen Rückruf hinterlegen.