14.02.2019  | AMEOS Klinikum Inntal

Tiergestützte Therapie erweitert klassischen Therapieplan

Im Zentrum der psychosomatischen Behandlung steht das vertrauensvolle Gespräch zwischen Patient und Therapeut. So auch im AMEOS Klinikum Inntal, wo z.B. Patienten mit Depressionen in Einzel- und Gruppentherapien neue Wege aufgezeigt werden. Doch was passiert, wenn diese therapeutischen Angebote nicht ausreichend sind? Dann sind Alternativen gefragt. Zu den sogenannten erlebnispädagogischen Angeboten gehört auch die tiergestützte Therapie, die seit Kurzem zum Angebot des AMEOS Klinikums Inntal gehört. Vor allem jugendliche Patienten profitieren davon.

„Manche Kinder und Jugendliche tauen im Kontakt mit Tieren erst richtig auf“, erläutert Dipl.-Sozialpädagogin Judith Pientka, die die sogenannte Hippotherapie in Simbach etabliert hat. Ihre Patienten sind meistens Jugendliche, die gemeinsam mit ihren Eltern auf der Eltern-Kind Akutstation in Behandlung sind. Die Beschwerden umfassen das ganze psychosomatische Spektrum, z.B. Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Depressionen. Vor allem Pferde sind für da gute Partner: „So ein ausgewachsenes Pferd ist eine imposante Erscheinung.“, so Pientka. „Wenn z.B. ein junger Patient mit Angststörung es schafft, so ein großes Tier zu führen, dann gibt das dem Selbstbewusstsein einen enormen Schub.“

Nicht nur das Selbstbewusstsein wird gefördert. Pferde sind grundsätzlich sehr intelligente und empfindsame Tiere, die ihrem Gegenüber klare Grenzen setzen: Auf diese Weise reguliert sich das Verhalten des jungen Patienten fast wie von selbst, da er es unmittelbar gespiegelt bekommt und sich selbst besser kennenlernt.

Der Nutzen der Tiergestützten Therapie ist mittlerweile weitrechend wissenschaftlich belegt und erforscht worden. So wird beim Streicheln von warmen, weichen Fell, das sich im Rhythmus eines ruhigen Atems bewegt, das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches einen großen Einfluss auf mehrere psychologische Funktionen ausübt: So sorgt es z.B. für den Abbau von Ängsten, für verbesserte Lernprozesse und eine Erhöhung der Schmerzschwelle.