18.10.2017

Freie ambulante Therapieplätze für Flutopfer

Viele Betroffene, Angehörige und Helfer ließen sich bisher in den AMEOS Klinika Inntal mit einer ambulanten Psychotherapie professionell unterstützen, um ihre psychischen Belastungen durch die Hochwasserflut des Jahres 2016 verarbeiten zu können. In der Regel lag die durchschnittliche Behandlungsdauer bei 25 bis 50 Therapiegesprächen. Aufgrund der immer noch intensiven Nachfrage kam es kurzfristig zu Wartezeiten, doch jetzt gibt es wieder freie Therapieplätze.

Wie hilfreich eine ambulante Psychotherapie für Betroffene sein kann, erklärt Dr. med. univ. Margarete Liebmann, leitende Oberärztin im AMEOS Klinikum Inntal. Sie hat viele Flutbetroffene bei der Verarbeitung des Erlebten begleitet und mit zahlreichen Vorträgen in Kooperation mit dem BRK Aufklärungsarbeit geleistet. „Bei vielen kam es bspw. zu anhaltenden Schlafproblemen, innerer Unruhe, zunehmender Gereiztheit, Antriebslosigkeit, anhaltend depressiver Verstimmung, Vermeidung von sozialen Kontakten oder dem Gefühl der Überforderung.“, erklärt die Expertin.

„Im ersten Schritt der Behandlung geht es darum, die Menschen psychisch dort abzuholen, wo sie gerade mit ihren Gefühlen sind. Er folgt eine gezielte sogenannte Sortierung der Emotionen, um eine erste psychische Stabilisierung zu erreichen. Dabei werden gezielte Stabilisierungstechniken vermittelt, die auch als Hausaufgabe dem Patienten aufgetragen werden, wie zum Beispiel „die Übung des sicheren Ortes“. Erst dann kann die Klärung der belastenden Situationen im Einzelnen vorgenommen werden, um diese dann in richtiger chronologischer Reihenfolge in die individuelle Biografie einzuarbeiten. Damit erhalten die Patienten wieder ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle über ihre Gefühle und können ohne weitere Hilfe wieder ihr Leben selber in die Hand nehmen.

Kostenübernahme und Ansprechpartner

Das ambulante Psychotherapie-Angebot der AMEOS Klinika Inntal richtet sich an Erwachsene aus Simbach/ Inn und der näheren Umgebung, aber auch an Kinder, die immer noch unter psychischen Belastungen durch das Flutereignis leiden. Dabei müssen die Menschen selber gar nicht von der Flut unmittelbar betroffen sein, allein schon davon zu hören und anderen zu helfen kann ausreichen, dass eigene Belastungsgrenzen überschritten werden. Eine ärztliche Überweisung für eine ambulante Psychotherapie ist nicht erforderlich. Zum ersten Behandlungstermin ist lediglich die Krankenversicherungskarte mitzubringen, da die Behandlung direkt mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann.

Betroffene wenden sich bitte an:

Dr. med. univ. Margarete Liebmann

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Institutsleitung AISPT, Leitende Oberärztin und Teamleiterin der Transkulturellen Akutstation im AMEOS Klinikum Inntal.

Telefonnummer: +49 (0) 176 300 63 453.

Die Fachärztin nimmt sich persönlich Ihrer Behandlungsanfrage an und vereinbart mit Ihnen ein zeitnahes Erstgespräch.