08.03.2017  | AMEOS Klinikum Kaiserstuhl

Suchtmedizinisches Update über Abhängigkeit am Arbeitsplatz und neue Drogen

Behandlungsexperten für Abhängigkeitserkrankungen stehen vor neuen Herausforderungen und nutzen die Möglichkeit der Fortbildung und des Erfahrungsaustausches.

 

Hierzu fand im AMEOS Klinikum Kaiserstuhl am 23.02.2017 ein suchtmedizinisches Update für Ärzte, Suchtberater und Psychotherapeuten rund um die neuesten Entwicklungen im  Bereich der Suchterkrankungen statt. Über 60 Experten aus der Suchthilfe kamen teilweise von Lörrach und Offenburg für diese Veranstaltung an den Kaiserstuhl gefahren, um sich über Suchtprobleme am Arbeitsplatz und „Neue Drogen auf dem Markt“ in Vogtsburg-Bischoffingen weiterzubilden.

 

Dr. Lohrmann, Oberarzt der Klinik für Suchtmedizin am AMEOS Klinikum Kaiserstuhl betonte bei der Begrüßung der Gäste, die Wichtigkeit der gemeinsamen Zusammenarbeit im Suchthilfenetzwerk und freute sich über die vielen Gesichter und Stimmen, die er sonst nur von Telefongesprächen bei der Patientenanmeldung für den Qualifizierten Alkoholentzug kannte.

 

Für diese Veranstaltung konnte das AMEOS Klinikum Kaiserstuhl zwei erfahrene Experten der Suchtmedizin gewinnen. Dr. Jähne, Ärztlicher Direktor der Rhein-Jura Klinik in  Bad Säckingen sprach über den steigenden Leistungsdruck am Arbeitsplatz und das damit wachsende Potential für Abhängigkeitserkrankungen. Viele Betroffene greifen zu Hirndoping und Alkohol um den Druck auszuhalten und um zu funktionieren. Auch Schlaf und Beruhigungsmittel spielen hierbei eine große Rolle. „Wir müssen Arbeitnehmer mit Suchtproblemen frühzeitig erkennen und eine Behandlung statt Bestrafung anbieten“, empfiehlt Jähne in seinem Vortrag.

 

Dr. Friedemann Hagenbuch, Chefarzt der Klinik für Suchtmedizin im Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen referierte über das immer größer werdende Angebot an synthetischen Drogen, die über das Internet vertrieben werden. Diese Drogen werden zunehmend beliebter und sind relativ einfach zu bekommen. Die Wirkung ist sehr stark und für die User nur schwer zu kontrollieren. Das gelte besonders für Kräutermischungen, die auch als „legal highs“ bekannt sind. Designerdrogen, bergen ein hohes gesundheitliches Risiko. Trotz ihrer Gefahr unterliegen sie bisher nur unzureichend der rechtlichen Kontrolle, betont Hagenbuch in seinem Vortrag.

Dr. Jähne und Dr. Hagenbuch sind neben Ihrer Tätigkeit im klinischen Bereich Seminarleiter der ärztlichen Ausbildung zum Suchtmediziner an der Bezirksärztekammer Südbaden.

 

 „Es ist wichtig, dass die Fachleute auf dem neuesten Wissensstand sind und ein persönlicher Austausch im Suchthilfenetzwerk stattfinden kann“, erläutert Christoph Keim, Kommunaler Suchtbeauftragter des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald nach der Veranstaltung. „Die Entwicklungen im Bereich der synthetischen Drogen und der wachsende Druck am Arbeitsplatz sind sehr dynamisch und stellen das Hilfssystem vor neue Herausforderungen“, so Keim.

 

Nach den Vorträgen nutzten die Ärzte, Suchtberater und Psychotherapeuten die Gelegenheit, um sich persönlich zu den referierten Themen und Praxiserfahrungen auszutauschen.