Erschöpfung (Burn-Out)

Durch zu hohe persönliche Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit, durch das gefühlte Nichterreichen von Zielen kann es zu einem Burnout-Syndrom kommen.  Ebenso führen mangelnde Anerkennung des eigenen Be­mühens der Verzicht auf Entspan­nungsphasen in diese Krankheitsspirale.

In der Anfangsphase der Erkrankung steht für viele ein vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele oder Hyperaktivität im Vordergrund. Bei vielen Betroffenen wird der Beruf zum hauptsächlichen Lebensinhalt. In weiterer Folge kommt es zum gegenteiligen Auftreten, nämlich zu reduziertem Engagement mit beginnendem Rückzug. Emotionale Reaktionen wie Schuldzuweisungen in Form einer Depression oder Aggression gegenüber anderen treten auf.

Bei längerem Anhalten der Burnout-Problematik kommt es zu einem massiven physischen und psychischen Leistungsab­fall bis hin zur vollständigen Aufgabe der beruflichen Tätigkeit. Auch im Privatleben kommt es zu einer Handlungsunfähigkeit und zu einem völligen sozialen Rückzug. Eine Verflachung des emotionalen, men­talen und sozialen Lebens tritt sehr häufig auf und belastet auch Familie und Freunde.    

 

 

Hauptindikationen und Symptome

Die spezifische Symptomatik ist vielfäl­tig und kann unterschiedlich in Bezug auf Auftreten und Ausmaß sein. Beim Ausgebrannt-Sein spüren die Betrof­fenen meist eine starke Müdigkeit sowie Unfähigkeit und Widerwillen die Arbeit fortzusetzen. Es folgen Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Freudlosig­keit, Schlafstörungen, Spannungskopf­schmerzen, Appetitlosigkeit, erhöhte Reizbarkeit und Schuldgefühle.

Der „Ausgebrannte“ erlebt seine Um­welt im Allgemeinen als nicht mehr kontrollierbar und zieht sich in der Regel völlig in sich zurück. Hilfe von außen wie zum Beispiel durch Familie oder Freunde wird kaum noch oder gar nicht mehr angenommen. Auch scheint der Körper nicht mehr richtig zu funktio­nieren und es kommt zum Beispiel zu Magen-Darm Beschwerden.

Bei fortgeschrittener Erkrankung kön­nen auch Herzkrankheiten und Magen-Darm-Geschwüre auftreten.   

Behandlung

  • Gezielte Einzelpsychotherapie zur Analyse der pathologischen Bewertungsschemata und Verhaltensmuster
  • Gruppenpsychotherapie zur Förderung der Bewältigungsfähigkeiten und gegenseitigen Unterstützung
  • Nonverbale Kreativtherapien (zum Beispiel Tanz,- Gestaltungs- und Musiktherapie)
  • Entspannungsverfahren und Meditation
  • Sozialpädagogische Unterstützung
  • Physikalische Behandlungen und Physiotherapie
  • Sport- und Bewegungstherapien
  • Antidepressive Pharmakotherapie und Stärkung durch diverse adjuvante Behandlungsmethoden unter ärztlicher Begleitung

Ziele der Therapie

  • Psychische und physische Erholung und Wiederaufbau der Kräfte
  • Befähigung der besseren Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit
  • Wiedererlangung der eigenen Planungs- und Handlungskompetenzen
  • Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Verbesserung der sozialen Kompetenzen
  • Erlernen von Grenzen gegenüber den Ansprüchen anderer anzusprechen und durchzusetzen
  • Erlernen von Strategien zur Verringerung künftiger Überforderungen
  • Klärung der Arbeitssituation und stufenweise Wiedereingliederung ins Berufsleben