Depressionen

Depressionen und depressive Anpassungsstörungen können Menschen in jedem Alter treffen und sind neben den Angsterkrankungen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Aufgrund großer Differenzen in der Ausprägung der verschiedenen Symptome werden Depressionen häufig erst spät erkannt. Zudem werden Frauen zweimal häufiger als depressiv diagnostiziert als Männer, sodass gerade bei letzteren von einer großen Dunkelziffer ausgegangen wird.

Häufig bestehen bei Depressionen starke Wechselwirkungen zwischen physischen und psychischen Erkrankungen. Deshalb hat sich die psychosomatische Behandlung in den vergangenen Jahren als besonders erfolgreich etabliert. Das gilt vor allem im Vergleich zur ausschließlich medikamentösen Therapien.

 

Hauptindikationen und Symptome

Von depressiven Episoden, depressiven Anpassungsstörungen und chronisch-depressiven Störungen betroffene Menschen leiden an einer gedrückten Stimmung. Sie bemerken einen geminderten Antrieb mit Denkhemmung oder häufigem Grübeln sowie Interesse-, Freud- und Lustlosigkeit. Diese gehen häufig mit einer Vernachlässigung von Freunden, Freizeitaktivitäten oder Sexualität einher. Hinzu kommen Gefühle von Minderwertigkeit, Schuld oder Hilf- und Hoffnungslosigkeit.

Zusätzlich können unterschiedlichste körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtszu- oder -abnahme, Verspannungen, Schmerzen im ganzen Körper und speziell Kopfschmerzen vorliegen. Vor allem bei Männern zeigen sich häufig auch eine erhöhte Reizbarkeit und ein gesteigerter Konsum von Alkohol oder Nikotin. 

Behandlung

  • Einzelpsychotherapie zur Analyse depressiver Denk- und Verhaltensmuster
  • Gruppenpsychotherapie mit gegenseitiger Stärkung und Austausch über die Depression verursachende Lebensumstände
  • Soziales Kompetenztraining
  • Genusstraining und Psychoedukation
  • Nonverbale Kreativtherapien (zum Beispiel Tanz,- Gestaltungs- und Musiktherapie) sowie körperorientierte Psychotherapie
  • Entspannungsverfahren und Meditation
  • Sozialpädagogische Unterstützung
  • Physikalische Behandlungen und Physiotherapie
  • Sport- und Bewegungstherapien
  • Antidepressive Pharmakotherapie unter ärztlicher Betreuung

 

Ziele der Therapie

  • Erarbeitung der die Depression auslösenden und die Depression aufrecht erhaltenden Faktoren
  • Erarbeitung einer Tagesstruktur
  • Stärkung der sozialen Kompetenzen
  • Wiedergewinnung sozialer Kontakte
  • Belebung der Gefühle und Erweiterung des Gefühlsspektrums
  • Ausbau der Genussfähigkeit
  • Wiedereingliederung in den Beruf bzw. Erarbeitung einer neuen Berufsperspektive
  • Entdecken des eigenen Lebenssinns und der Lebensaufgaben