Schmerzstörungen

Chronische und wiederholt auftretende starke Schmerzen gewinnen in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Bei vielen Betroffenen nehmen die Schmerzen trotz medikamentöser Therapie ein Ausmaß an, welches unmittelbar in die Arbeitsunfähigkeit, den Arbeitsplatzverlust oder die Berufsunfähigkeit führen kann. So sind Schmerzen mittlerweile Ursache der meisten Krankheitstage und Schmerzmittel die von Hausärzten am häufigsten verschriebenen Medikamente. In der modernen Medizin wird von einem bio-psycho-sozialen Schmerzkonzept ausgegangen, welches Schmerz als vielschichtigen Prozess biologischer, psychischer und sozialer Faktoren versteht.

Um die Fähigkeit zur Schmerzbewältigung und Schmerzdistanzierung zu verbessern und die verlorengegangene Lebensqualität zurückzugewinnen, wurden verschiedene psychosomatische Therapieverfahren entwickelt. So lernen die Betroffenen die Schmerzen und ihre Wahrnehmung zu beeinflussen und den Gebrauch von Schmerzmitteln zu verringern bzw. sinnvoll mit anderen Therapiemöglichkeiten zu kombinieren.   

Hauptindikationen und Symptome

Die vorherrschende Beschwerde ist ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz. Die Hauptindikationen von Betroffenen umfassen einerseits die drei Haupttypen chronischer Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz und medikamenteninduzierter Kopfschmerz) sowie andererseits chronische Rückenschmerzen, unterteilt nach Muskelverspannungsschmerz und somatischem Rückenschmerz. Chronische Gelenkschmerzen mit rheumatischer oder arthrotischer Ursache sind weitere typische Indikationen und bilden die dritte große Erkrankungsgruppe. Fibromyalgie und verschiedenste weitere Formen somatoformer Schmerzstörungen und Somatisierungsstörungen schließen das Behandlungsspektrum ab.  

Behandlung

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zur Bearbeitung der den Schmerz verursachenden oder aufrechterhaltenden Lebensereignissen und Traumata
  • Schmerzedukation mit verbessertem Verständnis der seelischen Funktion des Schmerzes
  • Nonverbale Kreativtherapien (zum Beispiel Tanz,- Gestaltungs- und Musiktherapie)
  • Verhaltenstherapeutisches Training der Schmerzbewältigung
  • Energetische Psychotherapie und bioenergetische Körperpsychotherapie
  • Meditation und Entspannungsverfahren
  • Physikalische Therapie
  • Physiotherapie und Ausdauersport
  • Medikamentöse Schmerztherapie und Gabe schmerzdistanzierender Antidepressiva unter ärztlicher Betreuung   

Therapieziele

  • Aktivierung persönlicher Fähigkeiten und Ressourcen
  • Stärkung der Motivation und der Salutogenese (Betonung gesunder Anteile)
  • Entwicklung von individuellen Schmerzbewältigungsmechanismen
  • Bearbeitung zugrundeliegender Traumata, neurotischer Entwicklungen und kritischer Lebensereignisse
  • Überwindung der häufig begleitenden Depression und Angst
  • Reduktion von Schmerzmedikamenten und Erlernen eines gezielten Medikamenteneinsatzes
  • Erhöhte Lebensqualität durch verändertes Schmerzerleben und Schmerzreduktion