24.08.2018  | AMEOS Klinikum Staßfurt

ADHS im Erwachsenenalter

Die Leitende Oberärztin u. stellvertretende Chefärztin der Tagesklinik für Psychiatrie am AMEOS Klinikum Aschersleben und Staßfurt, Dipl.-Med. Petra Rivera Luna, informiert am Dienstag, den 28. August 2018, um 16.30 Uhr, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Medizinforum“ über das Thema: „ADHS im Erwachsenenalter. Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom - eine Modekrankheit?“ Die Veranstaltung findet in der Cafeteria des AMEOS Klinikums Staßfurt statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Zum Thema: 4,5 % der erwachsenen Bevölkerung hat diese Erkrankung aus dem Kindesalter mit in das Erwachsenenalter genommen- bis zu 7 % aller Kinder hat zuvor daran gelitten. Früher ging man davon aus, dass diese Erkrankung immer ausheilt, weil man oft nicht verstanden hat, dass das Ausmaß und die Symptome dann wechseln werden. Zum Glück hat man heute neue wissenschaftliche Erkenntnisse und das Thema ist besser bekannt, weil auch die Medien Aufklärungsarbeit betreiben. Und heute gibt es neue Therapieoptionen.

Prinzipiell werden 2 Hauptformen unterschieden: das ADHS und das ADS. Der Kinderarzt Dr. Hoffmann hat vor 100 Jahren in seinem berühmten Struwwelpeter schon seine Beobachtungen niedergeschrieben und die meisten kennen die Geschichten des Zappelphillip`s und des Hans-Guck-in die Luft. Im Erwachsenenalter aber zeigt sich eine andere Symptomatik: so sind diese Menschen oft sehr mutig und unkonventionell, sie finden sich unter den Erfindern, Querdenkern und Revoluzzern, weil sie eine andere Art haben Dinge wahrzunehmen, und mit ihnen ist das Leben gar nicht monoton. Aber manchmal eben sind sie auch unkonzentriert, unruhig, und verbummelt, oder aufbrausend, das heißt sie verpassen Termine, nehmen sich zu viel vor und ihr Schreibtisch, schlimmstenfalls der Haushalt, versinkt im Chaos. Denn sie machen die Dinge irgendwann, irgendwie, und oft zugleich. In unserer Klinik ist ein professionelles Team darum bemüht diese Stoffwechselerkrankung des Gehirnes zu diagnostizieren und zu behandeln. Manchmal kommen spezielle Medikamente zum Einsatz, deren Wirksamkeit individuell angepasst werden muss - und natürlich: es helfen spezielle psychotherapeutische Erkenntnisse, die mit dem Patienten gemeinsam erarbeitet werden.

Die Leitende Oberärztin Rivera gibt Informationen über spezielle Testdiagnostik, Krankenbeobachtung und Ausschlussverfahren. Die Zuhörer haben im Anschluss Gelegenheit für persönliche Gespräche und Fragen an die Referentin.