Kinder- und Jugendpsychiatrie

Neue Wege für Sorgenkinder

Auf drei Stationen und einer Tagesklinik mit insgesamt 50 Plätzen werden Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren mit Auffälligkeiten der gesamten Bandbreite kinderpsychiatrischer Störungen behandelt. Dazu gehören:

  • Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen
  • Störungen sozialer Funktionen und des Sozialverhaltens
  • Entwicklungs-, Lern- und Leistungsstörungen
  • Emotionale/neurotische Störungen wie Ängste, Phobien, Depressionen, Zwänge, psychosomatische Störungen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch als Begleitstörungen
  • Psychische Störungen mit körperlicher Symptomatik, wie Essstörungen, Einnässen, Einkoten
  • Psychosen und sonstige krisenhafte Verhaltensweisen
  • Autoaggressives, suizidales Verhalten

Die Therapie wird als Prozess gestaltet, der hilft, Schwierigkeiten zu überwinden, eigene Stärken zu entdecken und Verhaltensweisen zu erlernen, die sozial akzeptabel sind. Sehr wichtig sind regelmäßige Kontakte mit den Bezugspersonen und außerklinische Aktivitäten, um neue Verhaltens- und Beziehungsmuster auszuprobieren. Längere therapeutische Beurlaubungen dienen der Vorbereitung auf die Entlassung. Die ambulante Nachsorge arbeitet eng mit den wichtigsten Beratungsstellen, Ämtern und Ärzten sowie Psychologen zusammen.

Zu den wichtigsten Therapieformen zählen:

  • Musiktherapie
  • Ergotherapie, werktherapeutisches Arbeits- und Belastungstraining
  • Bewegungstherapie und Sport
  • Entspannungstherapien (Autogenes Training, PMR)
  • Störungsspezifische Gruppentherapiesoziales Kompetenztraining
  • Systemische Körperpsychotherapie
  • Psychotraumatherapie für Kinder und Jugendliche, EMDR
  • Akupunktur nach NADA-Protokoll
  • Erlebnispädagogikfunktionelle Therapien, wie Logopädie, PC- gestütztes Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining
  • Tiergestützte Therapie (Reiten)
  • indikationsgerechte medikamentöse Mitbehandlung
  • individuelle schulische Förderung.
Krisenbehandlung

Krisenbehandlung

Eine Krisenbehandlung, die ca. 1 bis 21 Tage dauert, ist bei kinderpsychiatrischen Notfällen, wie z. B. bei akuten Psychosen, Erregungszuständen und suizidalen Krisen, möglich. Nach ambulanter Vorstellung oder nach telefonischer Anmeldung durch einen Arzt erfolgt kurzfristig eine stationäre Aufnahme.  Hier stehen neben der schnellen Entlastung, Stabilisierung und Neuorientierung der Betroffenen, auch die diagnostische Einordnung und die Einleitung weiterführender therapeutischer Hilfen im Vordergrund. Da die Station unter beschützenden Bedingungen geführt wird, sind eine ärztliche Einweisung und die Beachtung der juristischen Behandlungsvoraussetzungen notwendig. Aufgrund der begrenzten Behandlungsplätze (4 Plätze) können hier nur Kinder aus den Landkreisen Börde und Harz aufgenommen werden.

Langzeittherapie

Langzeittherapie

Die Langzeittherapie auf den drei Therapiestationen erstreckt sich in der Regel über etwa 8 bis 16 Wochen. Nach der stationären Aufnahme des Kindes in einer altersentsprechenden Patientengruppe erfolgt eine sorgfältige Verhaltensbeobachtung mit umfangreicher ärztlicher, psychologischer und pädagogischer Diagnostik. Der individuelle Therapieplan wird durch Mitarbeiter des ärztlichen/psychologischen Bereichs, dem Pflege- und Erziehungsdienst, dem Sozialdienst, der Ergo- und Physiotherapie gemeinsam erarbeitet und dem Verlauf angepasst. Die enge Einbeziehung der Eltern bzw. Bezugspersonen in den Therapieprozess ist uns ein wichtiges Anliegen und wird über Gesprächsangebote, Seminare, Familiennachmittage und Beurlaubungen realisiert.

Tagesklinik

Tagesklinik

Unser Aufgabenschwerpunkt in der Tagesklinik ist die Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen (ohne manifeste Sucht bzw. Selbst- oder Fremdgefährdung) mit täglicher Rückkehr ins häusliche Umfeld. Dieses muss als noch ausreichend belastbar erwiesen sein. Typische Fragestellungen sind die Abklärung von schulbezogenen Leistungsdefiziten, emotionalen und Verhaltensproblemen sowie von Schwierigkeiten im familiären Zusammenleben und autistischen Störungen. Ein weiterer Auftrag kann die Unterstützung der Stabilisierung nach psychischen Krisen sein. Es können Kinder aus einem Umkreis von  ca. dreißig Kilometern bzw. mit max. 1 Stunde Fahrweg zu uns kommen.

KJPP-Institutsambulanz

KJPP-Institutsambulanz

In der KJPP-Institutsambulanz wird eine regelmäßige ambulante Sprechstunde für Kinder und Jugendliche  in einem neu gestalteten Bereich des KJPP-Gebäudes angeboten. Im Rahmen der ärztlichen und psychologischen Sprechstunden werden neben der vielfältigen Erstdiagnostik kinderpsychiatrischer Störungsbilder in unserem Versorgungsbereich eine langfristige ambulante Versorgung chronisch und/oder schwer psychisch gestörter Kinder und Jugendlicher mit hoher Betreuungskontinuität gewährleistet. Als ein wichtiges therapeutisches Angebot steht unsere Familientherapeutin zur Verfügung. Unsere Institutsambulanz steht Ihnen auch in der schnellen Klärung von Aufnahmebegehren bzw. in der Krisenintervention zur Seite.

Öffnungszeiten:

Montag - Mittwoch:  08:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag:   08:00 - 17:30 Uhr
Freitag:   08:00 - 13:30 Uhr

Vorstellung in der Sprechstunde nur nach vorheriger Terminabsprache.

Tel.: 03904 475 304
Fax: 03904 475 332
Mail: info.kjp@haldensleben.ameos.de

 

Ansprechpartner

Angela Nöldge
Dr. med. Angela Nöldge

Chefärztin

Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Weiterbildungsbefugnisse:
48 Monate FA Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

 +49 (0)3904 475 421

  +49 (0)3904 475 332

 mrei.kjp(at)haldensleben.ameos.de

Stand: Februar 2016