Fachbereich für Alterstraumatologie

Während in den letzten Jahrzehnten durch eine zunehmende Arbeits- und Verkehrssicherheit die schweren Verletzungen beim jüngeren Patienten bzw. den Berufstätigen kontinuierlich abgenommen hat, ist im gleichen Zeitraum durch die kontinuierlich steigende Lebenserwartung der Bevölkerung eine entsprechend anhaltende Zunahme von Verletzungen in den älteren Bevölkerungsteilen zu verzeichnen.

Neben den klassischen Knochenbrüchen an Hüftgelenk (Schenkelhalsbruch), Oberarmkopf und körperferner Speiche treten hier speziell auch gehäuft Knochenbrüche in Regionen auf, die vormals in diesen Altersgruppen kaum eine Rolle gespielt haben (z. B. Wirbelbrüche, Beckenknochenbrüche, Knochenbrüche in Kontakt zu einer liegenden Hüft-, Knie oder Oberarmprothese).

Neben einem zunehmenden Substanzverlust des Knochens (sog. Osteoporose), der zu schwierigeren Verankerungen der Metallimplantate bei Knochenbrüchen (Frakturen) führt, spielt hier zudem der Alterungszustand der Gelenke (Verschleiß, Degeneration) eine immense Rolle. Zudem muss bei ggf. notwendiger oder diskutabler operativer Versorgung von Verletzungen der allgemeine Zustand des Verletzten betrachtet werden, da im höheren Lebensalter häufige wesentliche Nebenerkrankungen bestehen (Bluthochdruck, Zuckererkrankungen, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen u.a.).

Daher stellt das Ziel des Unfallchirurgen, die Mobilität und Funktion des verletzten älteren Patienten wieder zu erreichen, besondere Anforderungen an die Behandler, die oft nur Team- bzw. Fachdisziplinen übergreifend in Zusammenarbeit und ggf. erst nach anschließender unsererseits eingeleiteter stationärer Rehabilitation erreicht werden können.

Um den entsprechenden Grundstein für eine weitest mögliche Wiedererlangung der vormaligen Lebensqualität zu erreichen, bedarf es oft spezieller Implantate, die hierzu in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie vorgehalten werden. Hierbei werden im Falle einer notwendigen Operation minimalinvasiv (über kleine Hautschnitte) platzierbare Implantate bevorzugt.

Die notwendige Mitbetreuung bzw. Mitbehandlung typischer Erkrankungen des Alters erfolgt durch die weiteren am AMEOS Klinikum stationierten Fachabteilungen.

Speziell aufgrund der im höheren Lebensalter vermehrten Nebenerkrankungen und dem somit steigenden Risiko von Komplikationen bei einer Operation wie auch im Rahmen der weiteren Behandlung erfolgt grundsätzlich auch die Abwägung, inwieweit mit einer konservativen Therapie unter Inkaufnahme einer dann oft verlängerten Therapiezeit, ein in etwa ähnliches Behandlungsergebnis erreicht werden kann. Dies erfolgt in enger Absprache mit den Patienten und ggf. betreuenden Angehörigen.