02.10.2020  | AMEOS Klinikum Halberstadt

Kleiner Stich mit großer Wirkung: Grippeimpfung

Der Anfang vom Herbst ist oft auch der Start der Grippe-Saison. Zu Beginn der Influenzasaison 2020/2021 wird bundesweit zur Grippeschutzimpfung geraten. Im AMEOS Klinikum Halberstadt hat Prof. Dr. med. Steffen Rickes, Direktor des Zentrums für Innere Medizin, ebenfalls einen dringenden Aufruf gestartet, diese Impfung zu nutzen.

„Die Grippe kann lebensbedrohliche Auswirkungen haben und bleibende Schäden verursachen“, sagte er auf Volksstimme-Nachfrage. Die echte Grippe wird von Influenza-Viren ausgelöst und kommt sehr plötzlich, dem Patienten geht es richtig schlecht. Eine Erkältung also ein grippaler Infekt wird von unterschiedlichen Erregern ausgelöst und entwickelt sich langsamer, fast schleichend.

„Die Grippe hat ganz typische Symptome: akute Gliederschmerzen, Hustenreiz, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und starkes Krankheitsgefühl innerhalb von Minuten,“ erläutert Rickes. Die Grippe dauert etwa 3 bis 6 Wochen also länger als eine Erkältung. An den Folgen einer Grippeerkrankung leidet man noch bis zu einem halben Jahr. Dauerhafte Folgen können unter anderem gefährlichen Lungen-, Hirn- und Herzmuskelentzündungen sein.

Vor allem ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sollten sich vor Beginn der Grippesaison impfen lassen. Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) liegt der Fokus auf den Risikogruppen. „Außerdem sollten sich all jene impfen lassen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben,“ ergänzt Dr. Peter Rauh. Er wirbt dafür, vor der Erkältungswelle die aktuelle Grippeschutzimpfung vornehmen zu lassen. „Es ist nur ein kleiner Stich mit einer Mininadel, aber mit großer Wirkung“. Die Grippeschutzimpfung erfolgt in der Impfsaison 2020/2021 mit einem Vierfach-Impfstoff, der sich aus der von der WHO empfohlenen Antigenkombination zusammensetzt.

Schon vor ca. 100 Jahren habe der Halberstädter Arzt und einer der Erstbeschreiber von Magenbakterien, Dr. Walter Krienitz, wegen der Folgen der „Spanischen Grippe“ seinen Beruf aufgeben müssen. „Gefährlich wird es vor allem, wenn Grippe- und SARS-CoV-2-Viren bei einem Patienten gleichzeitig auftreten“. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor dem Coronavirus, aber das Risiko einer Doppelinfektion werde verringert.

Wer jetzt die Symptome einer Erkältung mit Kribbeln in der Nase, Niesen und wässrigem Schnupfen oder Halsschmerzen und Heiserkeit verspürt oder Fieber misst, sollte zunächst nach Möglichkeit seinen Hausarzt anrufen und nicht gleich morgens in die volle Sprechstunde gehen.

Was kann man zur Vorbeugung in der Erkältungszeit tun? „Vor allem die jetzt schon geforderten allgemeinen Abstandsregeln einhalten und in bestimmten Bereichen die Mund- und Nase-Bedeckung nutzen sowie viel an die frische Luft gehen“, rät Prof. Rickes. Geschlossene Räumen müssten jetzt viel intensiver gelüftet werden.

Weitere einefache Tipps, um vorzubeugen:

  • eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen
  • viel trinken: besonders geeignen sind Teesorten wie Ingwer-, Holunder- oder Lindenblütentee, die das Immunsystem anregen
  • Warm-kalte Wechselduschen beleben und aktivieren das Immunsystem – aber nur, wenn man noch nicht erkältet ist
  • Sport steigert die Immunabwehr
  • ausreichend Schlaf
  • Stress, trockene Heizungsluft und Durchzug vermeiden und immer gut lüften