Darmkrebszentrum

Das Darmkrebszentrum Aschersleben ist ein Zusammenschluss von Kooperationspartnern, die das gesamte Spektrum der Diagnostik und Behandlung von Darmkrebspatienten abdecken.

Am 29.02.2008 wurde das Darmkrebszentrum Aschersleben nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft geprüft und als 4. Darmkrebszentrum in Sachsen-Anhalt zertifiziert.

In der Darmsprechstunde bieten wir Ihnen die Gelegenheit, sich vertrauensvoll und qualifiziert bzgl. Fragen und Problemen bei Darmerkrankungen, besonders bei bösartigen Tumoren, beraten zu lassen.

Sprechstunden

Sprechstunden

Anmeldung
Telefon                 +49 3473 97 1881

Sprechstunde
Mittwoch               12.00 - 14.00 Uhr

Früherkennung und Diagnostik

Früherkennung und Diagnostik

Die Vorsorgeuntersuchungen zum Erkennen des Dickdarmkrebses sind ganz besonders wichtig, da Darmkrebs oft jahrelang im Darm wachsen kann, ohne Beschwerden zu verursachen. Die Heilungschancen richten sich nach dem Entwicklungsstatus des Tumors.

Um einen Darmkrebs zu erkennen, stehen dem Arzt drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • die Tastuntersuchung
  • der Okkultbluttest
  • die Darmspiegelung

Bei der Tastuntersuchung wird vorsichtig der Enddarm abgefühlt. Anschließend wird ein Okkultbluttest, das heißt, einen Test auf verstecktes, nicht sichtbares Blut im Stuhl, mit nach Hause gegeben. Sie müssen an drei aufeinander folgenden Tagen mit einem Spaten eine Stuhlprobe auf einen Teststreifen auftragen und den Test an Ihren Arzt schicken. Ist kein Blut vorhanden, ist die Untersuchung abgeschlossen. Der Okkultbluttest sollte in jährlichem Abstand wiederholt werden. Ist er positiv, also ist Blut im Stuhl vorhanden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Sie an Darmkrebs erkrankt sind.

Nach diesem positiven Befund des Stuhlbluttestes wird eine endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms empfohlen (Koloskopie). Bei der Koloskopie können gleichzeitig Gewebeproben entnommen werden, um sie später im Labor untersuchen zu lassen und  Polypen entfernt werden. Eine wirksame Krebsprävention ist somit möglich.

Darmkrebs ist bei frühzeitiger Diagnostik bis nahezu 100% heilbar.
 

Warnsignale des Körpers

  • Blut im Stuhl
  • Häufiger Wechsel der Stuhlgewohnheiten (Durchfall oder Verstopfung)
  • Blässe, ständige Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Leistungsabfall
  • Tastbare Verhärtungen im Bauchraum
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Laute Darmgeräusche

Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen (Prävention)

  • Ab dem 50. Lebensjahr bezahlt die Krankenkasse jährlich einen Stuhlbluttest.       
  • Ab dem 55. Lebensjahr entweder alle 2 Jahre, sofern keine Darmspiegelung gemacht wurde oder     
  • alle 10 Jahre eine Darmspiegelung
  • Sie können sich den Stuhlbluttest aber auch in der Apotheke selbst kaufen. Sie geben ihn dann bei Ihrem Arzt ab, der die Auswertung veranlasst.

Diagnostik

Erhärtet sich der Verdacht auf einen Darmtumor aufgrund der Warnsignale, werden verschiedene Untersuchungen eingeleitet.
Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind:

  • Tastuntersuchung (rektal-digitale Untersuchung)
  • Okkultbluttest (Hämocculttest)
  • Rektoskopie (starre Spiegelung des Mastdarms bis 20 cm)
  • Sigmoidoskopie (flexible Teilspiegelung)
  • Koloskopie (flexible Spiegelung des gesamten Darms)
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Kolonkontrasteinlauf) 

Nach der Feststellung einer Krebserkrankung, schließen sich weitere Untersuchungen an, die Rückschlüsse der Ausbreitung des Tumors auf benachbartes Gewebe und andere Organe zulassen.

Dazu gehören:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie/Endo-Sonographie)
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT)
  • Laboruntersuchungen 

Erst nach Abschluss aller Untersuchungen können die notwendigen Behandlungsmaßnahmen festgelegt werden.

Nachsorge

Nachsorge

Die weitere Behandlung und Betreuung unserer Patienten nach der Entlassung aus dem Klinikum ist uns sehr wichtig.

Am Tag Ihrer Entlassung erhalten Sie bereits einen Termin zur 1. Nachsorgeuntersuchung nach 30 Tagen in der Darmsprechstunde. Neben den medizinischen Untersuchungen geht es auch um die Begutachtung Ihres allgemeinen physischen Zustandes. Sie haben hier auch die Möglichkeit, Fragen und Probleme, die mit der Verarbeitung der Krankheit entstanden sind, bei unserem fachkundigen Personal anzusprechen.

Sie erhalten weiterhin einen Termin bei unseren internistischen Kooperationspartnern der Praxis Dipl.-Med. Jahn und Dr. Bachmann oder Praxis Dr. Schwarz für die Nachsorgeuntersuchung nach 3 Monaten bzw. entsprechend Ihrem Therapieplan einen Termin für die Chemotherapie in unserer onkologischen Ambulanz.

Alle wichtigen Daten und Termine haben wir in einem Patientenpass zusammengestellt, den Sie bei Ihrer Entlassung erhalten.

Netzwerk

Netzwerk

Zertifizierte Hauptbehandlungspartner

  • Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
  • Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie
  • Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin/Schmerztherapie
  • Hämatoonkologie
  • Abteilung für Röntgendiagnostik
  • Pathologie

Zertifizierte Kooperierende Hauptbehandlungspartner

  • Klinik für Strahlentherapie Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg
  • Praxis für Innere Medizin Dipl.-Med. N. Jahn und Dr. med. Th. Bachmann in Aschersleben
  • Radiologische Praxis Dr. Geschke am Klinikum Aschersleben
  • Praxis für Innere Medizin Frau Dr. Schwarz, Hettstedt

Supportivbereiche

  • Psychoonkologie
  • Schmerztherapie
  • Zentrallabor
  • Physiotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Sozialdienst

Beteiligte Supportivbereiche  

  • Selbsthilfegruppe ILCO
  • Hospizkreis Aschersleben-Staßfurt
  • Sanitätshäuser

Das oberste Ziel des AMEOS Klinikums Aschersleben ist es, sich in allen Bereichen des medizinischen Behandlungsspektrums ständig weiterzuentwickeln, dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen und diese Erkenntnisse in ein patientendienliches Handeln umzusetzen.  

Hierzu erscheint uns für den Bereich der Darmerkrankungen hinsichtlich Diagnostik und Therapie die Errichtung eines von der deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentrums ein wichtiger Punkt.

In diesem Sinne verstehen wir uns als Versorgungsnetzwerk für unsere Patienten, das die Zusammenarbeit optimal aufeinander abstimmt und die Diagnostik und Therapie des Patienten als einen in sich geschlossenen Ablauf darstellen möchte.

Wir sind bestrebt, Ihnen in dieser schwierigen Zeit als Partner zur Seite zu stehen.

Studien

Studien

Liebe Patientin, lieber Patient,

die ständige Verbesserung von Therapiekonzepten bei der Behandlung des Darmkrebses liegt uns sehr am Herzen. Aus diesem Grund fühlen wir uns der Teilnahme an nationalen und internationalen Studien verpflichtet und unterstützen nachhaltig die Einbindung unserer Patienten.

In diesen Studien werden zum einen verschiedene Diagnostikverfahren miteinander verglichen bzw. wird in therapeutischen Studien untersucht, welche Medikamente eine gute Wirksamkeit in der Tumortherapie haben. Alle Studien sind vorab von Ethik-Kommissionen bestätigt wurden.

Nicht jeder Patient ist aufgrund der medizinischen Vorgaben für eine Studie geeignet. Sollten Sie als Patient alle Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Studie erfüllen, werden unsere Mitarbeiter Sie umfassend informieren und aufklären, so dass Sie selbst entscheiden können, ob Sie an einer der Studien teilnehmen möchten.

Eine Therapie nach den aktuell gültigen Leitlinien ist für alle unsere Patienten unabhängig von der Studienteilnahme selbstverständlich garantiert.

Derzeit beteiligen wir uns an den folgenden Studien:

SYNCHRONOUS
Einfluss der Resektion des Primärtumors vor Beginn einer Chemotherapie auf den Krankheitsverlauf beim synchron metastasierten Kolonkarzinom in Palliativsituation.

ML 22-0-11
Sequentielle Erstlinientherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms mit Capecitabine und Bevacizemab versus Capecitabine, Irinotecan und Bevacizumab.

NIS-ERBITAG
NIS zur Effizienz von Erbitex in der first-line Therapie bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom mit Wildtyp-KRAS-Gen.

SCAN
Ist eine prospektive randomisierte kontrollierte Multi-Center-Studie zur sektorübergreifenden Versorgung von Patienten mit kolorektalem Karzinom.

KOLONSEGMENT (CHEMO)-STUDIE
Analyse der Chemotherapie-Sensitivität von Kolonkarzinomen in Abhängigkeit von der anatomischen Lokalisation des Primärtumors im adjuvanten und palliativen Ansatz.