04.02.2020  | AMEOS Klinikum Aschersleben

Weltkrebstag: Nur Früherkennung kann Leben retten

Er war „Mr. Teleshopping”: Walter Freiwald, Kultfigur des Privatfernsehens, ist tot. Am 16. November verlor er den Kampf gegen den Krebs.  ​​​​​​​

Krebs ist laut Daten des Statistischen Bundesamtes die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Allein im Jahr 2017 starben fast eine Viertel Million Menschen an Krebs. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich die jährlichen Neuerkrankungen seit Beginn der 2000er Jahre von unter 400.000 auf fast eine halbe Million erhöht.

Dies ist nicht verwunderlich. Denn nur 14 Prozent der Männer und auch nur 35 Prozent der Frauen gehen regelmäßig zu Früherkennungsuntersuchungen.

So wurde nicht ohne Grund Anfang 2019 die „Nationale Dekade gegen Krebs“ ausgerufen. Das auf zehn Jahre angelegte Bündnis hat das Ziel, die Menschen in Deutschland für das Thema Krebsforschung und Früherkennung zu mobilisieren und zu sensibilisieren. Es soll erreicht werden, dass weniger Menschen neu erkranken, Krebs früher erkannt wird und besser behandelbar ist.

Denn Fakt ist: jedes Organ kann von Krebszellen befallen werden: Angefangen bei Brustkrebs, eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen, über Leukämie (Blutkrebs) oder Hautkrebs bis hin zu Prostatakrebs.

Dr. med. Matthias Samtleben, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am AMEOS Klinikum Aschersleben: „Pro Jahr erkranken etwa 65.000 Männer an Prostatakrebs. Ohne Vorsorge wird der Tumor erst dann von den Betroffenen wahrgenommen, wenn sie Probleme beim Wasserlassen oder gar Schmerzen dabei haben. In diesen Fällen kann das Tumorwachstum allerdings schon sehr fortgeschritten sein.“

Einige Krebsarten sind bei früher Erkennung gut therapierbar. Andere wiederum nur schwer bis gar nicht. Aber egal welche Krebserkrankung es ist, eine frühe Diagnose ist unbedingt angeraten, um zu verhindern, dass der Krebs im Körper streut und sogenannte Metastasen bildet.

Auch deshalb ist es wichtig, dass ab einem gewissen Alter regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrgenommen werden. Eine bewusste Vorsorge betrifft alle Krebsarten, egal ob Darm-, Prostata-, Lungen-, Haut- oder Brustkrebs.

„Bei Frauen ist der Brustkrebs führend bei Neuerkrankungen und zugleich die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. In Deutschland erkrankt statistisch betrachtet jede achte Frau an Brustkrebs. Doch je früher ein Tumor entdeckt wird, je weniger aggressiv muss die Therapie sein, je größer ist die Chance auf Heilung“, so die Oberärztin Dr. med. Daniela Bannier, Leiterin des Brustzentrums am AMEOS Klinikum Aschersleben.

So können folgende Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung durchgeführt werden:

Bei Frauen

    ab 20 Jahre: Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs (jährlich)

    ab 30 Jahre: Brustkrebs (jährlich)

    ab 50 Jahre: Brustkrebs Mammografie-Screening (alle zwei Jahre)

Bei Männern

    ab 45 Jahre: Prostatakrebs (jährlich)

Beide Geschlechter

    ab 35 Jahre: Hautkrebs (alle zwei Jahre)

    ab 50 Jahre. Tastuntersuchung Dickdarm & Papierstreifentest (jährlich)

    ab 55 Jahre: Darmspiegelung (alle zehn Jahre)

    ab 40 Jahre: Kehlkopfkrebs bei Rauchern

„Der Krebs ist ein Arschloch“, so twitterte noch am 7. November 2019 der beliebte Moderator Walter Freiwald. Lassen Sie es nicht soweit kommen!