27.01.2017  | AMEOS Klinikum Ueckermünde

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus


Rund 150 Menschen kamen am 27. Januar 2017 zur zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in Mecklenburg-Vorpommern auf das Gelände des AMEOS Klinikums Ueckermünde, die gemeinsam mit der Stadt Ueckermünde und dem Landesverband für Sozialpsychiatrie ausgerichtet wurde.
 
Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Gerd Walther sprach Dr. Matthias Kinder, ltd. Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, über die nationalsozialistische Politik der systematischen Ausgrenzung von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Dieses - von der Mehrheit der damaligen Gesellschaft mitgetragene Vorgehen -  hat unter den Ueckermünder Patienten rund 4000 Opfer gefordert. Viele davon wurden von Ueckermünde aus in die verschiedensten Anstalten in den Tod geschickt, andere wurden bereits 1939 weggebracht und im heutigen Polen erschossen, sehr viele Patienten, darunter auch über 300 Kinder, starben in der Heil- und Pflegeanstalt durch Hunger oder den Einsatz von Medikamenten.
 
Pastorin und Seelsorgerin Dorothea Büscheck mahnte in eindringlichen Worten mit der Erinnerung an die Opfer auch immer den Blick auf unsere Gesellschaft heute zu richten und stets unsere zivilisatorischen Errungenschaften nach diesen Verbrechen in der NS-Zeit zu verteidigen. Die Vorsitzende des Landesverbandes für Sozialpsychiatrie, Sandra Rieck, rezitierte zum Abschluss das berühmte Gedicht "Todesfuge" des Lyrikers Paul Celan.

Sehen Sie hier den Fernsehbeitrag zur Gedenkveranstaltung.