Sich erholen und neue Kraft schöpfen

Häufig melden sich pflegende Angehörige bei uns erst dann zur Rehabilitation an, wenn sie „am Ende ihrer Kräfte“ sind. Überforderung macht pflegende Angehörige krank.

Solche schweren Überforderungszustände sind bei einem früheren Behandlungsbeginn in der Rehabilitationsklinik für pflegende Angehörige aber vermeidbar.

Auch pflegebedürftige Begleitpersonen profitieren von den tagesstrukturierenden Maßnahmen im Angehörigenbegleitbereich (z.B. MAKS). Bei frühzeitig einsetzender Behandlung kann häufig die Pflegesituation zu Hause entspannter gestaltet werden, weil der Pflegende von uns darin geschult wird, eigene Verhaltensmuster im Umgang mit dem pflegebedürftigen Familienmitglied gegebenenfalls anzupassen. Außerdem lernen unsere Rehabilitanden, was sie selbst für sich tun können, um trotz Angehörigenpflege gesund zu bleiben.

Indikation und Diagnostik

Indikation und Diagnostik

Indikation

Die Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglied stellt für die betreuenden Partner bzw. betreuende Angehörige ein hohes Risiko dar, selbst physische, aber vor allem auch psychische Erkrankungen zu entwickeln. Sie sind anhaltend und in zunehmendem Ausmaß einer hohen Belastung ausgesetzt, um die Einschränkungen des Erkrankten zu kompensieren.

Betreuende geraten im Verlauf an die Grenzen ihrer Bewältigungsfähigkeit. Hält die Überforderung weiter an, entwickeln sich krankheitswertige Störungen. Für das Pflege-Paar entsteht ein Teufelskreis: Während die Erkrankungsschwere des Pflegebedürftigen gleichbleibt oder zunimmt, nimmt die Bewältigungsfähigkeit des Betreuenden ab.

Wir können Sie aufnehmen, wenn Sie 

  • mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen zusammenleben oder diesen versorgen, auch wenn er bereits in einem Pflegeheim untergebracht ist.
  • z.B. unter Schwindel, Herzrasen, schmerzhaften Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen, Atemnot, Schlafstörungen und Morgenmüdigkeit leiden.
  • häufig grübeln, traurig sind und Zukunftsängste haben oder zunehmend den Kontakt zu Freunden und Bekannten meiden.

Wir können Sie leider nicht aufnehmen, wenn bei Ihnen eine akute Psychose, eine akute manische Episode, manifeste Suizidalität, fremdgefährdendes Verhalten oder eine Suchterkrankung vorliegen.

Bitte klären Sie mit Ihrem Haus- oder Facharzt, ob Sie die Voraussetzung für eine Rehabilitation erfüllen. Er wird gegebenenfalls die dafür notwendigen Untersuchungen durchführen. Anschließend stellt er dann einen Antrag zur Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme.

Um Ihrem Arzt die Antragstellung zu erleichtern, können Sie unsere Argumentationshilfen anfordern (04541 13-3800) und Ihrem Arzt überreichen. Ein weiteres Informationsblatt haben wir für Ihre Krankenkasse ausgearbeitet. 

Diagnostik

Jetzt geht es nur um Sie: Am Beginn, im Verlauf und am Ende der Rehabilitation wird die Rehabilitationsdiagnostik durchgeführt. Das bedeutet: Wir befragen Sie zu Ihren körperlichen Beschwerden, Ihren Sorgen und Belastungen und zu Ihrer Lebenssituation zu Hause. Es folgt eine medizinische Untersuchung inklusive Ruhe-EKG und der Bestimmung von Laborwerten (z.B. Blutwerte. Bei Bedarf schließen sich noch weitere Untersuchungen und Test an.