Hygiene im Fokus der AMEOS Gruppe

Alle AMEOS Klinika erfüllen die bundesweit geforderten Hygienestandards für 2020 personell und strukturell vollständig. Für die gesamte AMEOS Region Ost sowie die Standorte Bremerhaven, Geestland und Alfeld sind zudem die im Bereich der Krankenhaushygiene zuständigen Mitarbeitenden ab 2016 in einer eigenen Abteilung zusammengeführt worden. In diesem Zusammenhang wurden u.a. auch Prozesse standortübergreifend überprüft und Hygienemassnahmen sowie die mikrobiologische Diagnostik vereinheitlicht und ein zentrales Reporting für hygienerelevante Errgernachweise etabliert. Jährlich werden alle Klinika einheitlich auditiert.

Das zentrale Problem im Hinblick auf Hygiene und Infektionen im Krankenhaus sind und bleiben multiresistente Erreger. Um diesem Aspekt nachhaltig und präventiv durch eine rationale Antibiotikaverordnungspraxis in Verbindung mit den empfohlenen Hygienemassnahmen und dem Screening auf multiresistente Erreger gerecht zu werden, hat die AMEOS Gruppe als erster privater Gesundheitsversorger in 2017 einen eigenen Antibiotic Stewardship (ABS) Expertenkurs nach dem Curriculum der Bundesärztekammer durchgeführt und seit 2018 auch für Ärzt*innen und Apotheker*innen anderer Krankenhausträger geöffnet. Bei diesen regelmässig stattfindenden Kursen werden Ärzt*innen aus allen Fachrichtungen und Apotheker*innen zum verantwortungsvollen und zielgerichteten Umgang mit Antibiotika ausgebildet. Damit kann die klinische Versorgung von Patienten mit Infektionskrankheiten in den AMEOS Klinika nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sichergestellt werden.

Neben einer permanenten Schulung der Mitarbeitenden und Aufklärung der Patient*innen bildet AMEOS eigene Hygienebeauftragte in der Pflege aus. Diese unterstützen die Hygienefachkräfte bei der Umsetzung der Hygienemassnahmen im klinischen Alltag. Die letzte Weiterbildungsmassnahme, bei der insgesamt 20 Pflegekräfte ausgebildet worden sind, endete im Oktober 2019. 

In der immer wieder öffentlichkeitswirksam geführten Diskussion um „mangelhafte“ Krankenhaushygiene sollte jedoch bedacht werden, dass die Mehrzahl der im Krankenhaus nachgewiesenen multiresistenten Erreger „mitgebracht“ werden. Konkret sind dies die Patient*innen und Angehörigen oft selbst. Zudem werden Krankenhausinfektionen vorwiegend durch die den Patient*innen bereits kolonisierende körpereigene Bakterienflora verursacht und nur selten durch Übertragung von exogenen Erregern. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts können selbst unter optimalen Bedingungen nur etwa ein Drittel der Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden, verhindert werden. Häufig wird ausserdem nicht zwischen einer (nur isolationspflichtigen) Kolonisation und einer (isolations- und behandlungsbedürftigen) Infektion unterschieden. Die Berichterstattung zu diesem Thema dramatisiert die Lage oftmals.

Die AMEOS Einrichtungen haben diese Themen im Blick und notwendigen Prozesse und Hygienemassnahmen implementiert, um das Risiko für unsere Patienten zu minimieren. Eine stetige interne und externe Qualitätssicherung unterstützt dieses Anliegen. In diesem Zusammenhang sind die somatischen Klinika in der AMEOS Gruppe bereits seit 2018 Mitglied im Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis (DQS). Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung vom 16.07.2020 beschlossen, das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu beauftragen, ein Qualitätssicherungsverfahren zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Sepsis zu entwickeln. Konkret heißt dies, dass in den nächsten 3-4 Jahren Indikatoren zur Messung der Qualität bei der Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Sepsis in Krankenhäusern entwickelt werden. Damit soll die Qualität der Versorgung von Sepsispatienten in Deutschland transparenter und vergleichbarer werden. Die am DQS teilnehmenden Krankenhäuser verpflichten sich selbst, ihre zentralen Qualitätsergebnisse zur Sterblichkeit von Sepsispatienten nach zwei Jahren Teilnahme zu veröffentlichen. Diese Transparenz nach außen stellt für die Häuser eine besondere Verpflichtung dar, die Qualität der Versorgung stetig weiter zu entwickeln. Die Veröffentlichung erfolgt in Laienverständlicher Form auf den Homepages der beteiligten Häuser. Darüber hinaus wurde im DQS eine externes Peer Review Verfahren etabliert. Peer-Reviews stellen eine Form der Qualitätsverbesserung durch kollegialen Austausch zwischen Ärzt*innen und Pflegekräften dar. Das Peer-Review ist ein externes, entwicklungsorientiertes Evaluierungsverfahren mit dem Ziel, die besuchte Klinik bei ihren Bemühungen um nachhaltige Verbesserung von Qualität und Sicherheit zu unterstützen.

 

Ansprechpartner

Michael Glas
Dr. Michael Glas

Leiter Infektiologie und Hygienemanagement

KH Labor 

Eislebener Str. 7a

D-06449 Aschersleben

 +49 3941 64 5605

  +49 3941 64 2226

 michael.glas(at)ameos.ch