Weltkrebstag: Früherkennung zählt!

Er war „Mr. Teleshopping”: Walter Freiwald, Kultfigur des Privatfernsehens, ist tot. Am 16. November 2019 verlor er den Kampf gegen den Krebs. 

Krebs ist laut Daten des Statistischen Bundesamtes die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Allein im Jahr 2017 starben fast eine Viertel Million Menschen an Krebs. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich die jährlichen Neuerkrankungen seit Beginn der 2000er Jahre von unter 400.000 auf fast eine halbe Million erhöht.

Dies ist nicht verwunderlich. Denn nur 14 Prozent der Männer und auch nur 35 Prozent der Frauen gehen regelmässig zu Früherkennungsuntersuchungen. Coronabedingt sinken diese Zahlen sogar noch - dabei sind diese Vorsorgeuntersuchungen so wichtig, um wichtige Therapien frühzeitig zu beginnen. 

So wurde nicht ohne Grund Anfang 2019 die „Nationale Dekade gegen Krebs“ ausgerufen. Das auf zehn Jahre angelegte Bündnis hat das Ziel, die Menschen in Deutschland für das Thema Krebsforschung und Früherkennung zu mobilisieren und zu sensibilisieren. Es soll erreicht werden, dass weniger Menschen neu erkranken, Krebs früher erkannt wird und besser behandelbar ist.

Denn Fakt ist: jedes Organ kann von Krebszellen befallen werden: Angefangen bei Brustkrebs, eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen, über Leukämie (Blutkrebs) oder Hautkrebs bis hin zu Prostatakrebs.

Dr. med. Matthias Samtleben, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am AMEOS Klinikum Aschersleben: „Pro Jahr erkranken etwa 65.000 Männer an Prostatakrebs. Ohne Vorsorge wird der Tumor erst dann von den Betroffenen wahrgenommen, wenn sie Probleme beim Wasserlassen oder gar Schmerzen dabei haben. In diesen Fällen kann das Tumorwachstum allerdings schon sehr fortgeschritten sein.“

Einige Krebsarten sind bei früher Erkennung gut therapierbar. Andere wiederum nur schwer bis gar nicht. Aber egal welche Krebserkrankung es ist, eine frühe Diagnose ist unbedingt angeraten, um zu verhindern, dass der Krebs im Körper streut und sogenannte Metastasen bildet.

Auch deshalb ist es wichtig, dass ab einem gewissen Alter regelmässige Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Eine bewusste Vorsorge betrifft alle Krebsarten, egal ob Darm-, Prostata-, Lungen-, Haut- oder Brustkrebs.

„Bei Frauen ist der Brustkrebs führend bei Neuerkrankungen und zugleich die häufigste Todesursache zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. In Deutschland erkrankt statistisch betrachtet jede achte Frau an Brustkrebs. Doch je früher ein Tumor entdeckt wird, je weniger aggressiv muss die Therapie sein, je grösser ist die Chance auf Heilung“, so die Oberärztin Dr. med. Daniela Bannier, Leiterin des Brustzentrums am AMEOS Klinikum Aschersleben.

So können folgende Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung durchgeführt werden:

Bei Frauen

    ab 20 Jahre: Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs (jährlich)

    ab 30 Jahre: Brustkrebs (jährlich)

    ab 50 Jahre: Brustkrebs Mammografie-Screening (alle zwei Jahre)

Bei Männern

    ab 45 Jahre: Prostatakrebs (jährlich)

Beide Geschlechter

    ab 35 Jahre: Hautkrebs (alle zwei Jahre)

    ab 50 Jahre. Tastuntersuchung Dickdarm & Papierstreifentest (jährlich)

    ab 55 Jahre: Darmspiegelung (alle zehn Jahre)

    ab 40 Jahre: Kehlkopfkrebs bei Rauchern

„Der Krebs ist ein Arschloch“, so twitterte noch am 7. November 2019 der beliebte Moderator Walter Freiwald. Lassen Sie es nicht soweit kommen! 

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Text: Thomas Neubert

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Das AMEOS Klinikum Aschersleben ist seit über einhundert Jahren fester Bestandteil in der gesundheitlichen Versorgung der Region. Es bietet alle wesentlichen Fachrichtungen der Inneren Medizin, Chirurgie und Frauenheilkunde. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Magdeburg ist es nicht nur Ausbildungsstandort, sondern bietet Diagnostik und Therapie auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Dr. med. Matthias Samtleben ist Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Dort stehen Patient*innen alle modernen Therapieoptionen, einschliesslich laparoskopischer Operationstechniken und der minimal-invasiven Steinbehandlung zur Verfügung. 

Dr. med. Daniela Bannier ist Oberärztin am Brustzentrum, das auf die Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms spezialisiert ist. Alle erforderlichen Fachgebiete, wie die operative Therapie, die Pathologie, die Psychoonkologie und die Radiologie sind unter dem Dach des Brustzentrums durch Fachärzt*innen vertreten. Dadurch wird eine umfassende diagnostische und therapeutische Versorgung sichergestellt.

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