Von Baranja ins Harz

Monika Vesel an ihrem Schreibtisch

Das Telefon klingelt. Monika schaut gebannt auf das Display. Eine Schweizer Telefonnummer. Das kann ja eigentlich nur….“Warum gehst du nicht ran?“, fragt Valentin, ihr Ehemann. „Mach ich ja, ich glaube es ist AMEOS“. Es fällt ihr schwer die Nervosität zu übertönen, als Sie sich meldet und mit der Mitarbeiterin aus dem Personalmanagement spricht. Valentin versucht zwischenzeitlich zu erahnen, ob es gute oder schlechte Nachrichten sind. Alles deutet auf gute Nachrichten hin. „Sie wollen mich für den Job!“ platzt es aus ihr heraus, nachdem sie aufgelegt hat. Aufgeregt fallen sich die beiden in die Arme. Ein neues Kapitel beginnt.

Dass es sie mal ins Hochschulmanagement verschlägt, das hätte sie nicht gedacht. Aufgewachsen im kroatischen Batina, direkt an der Donau und der Grenze zu Serbien und Ungarn verbrachte sie viele Samstage mit ihrer Mutter im Labor. „Sie hat als medizinisch-technische Assistentin gearbeitet. Das hat mich sehr geprägt“, sagt sie und man merkt: da ist noch immer eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Mutter. Schliesslich ist sie zunächst auch in ihre Fussstapfen getreten: Ausbildung zur medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenz, danach Master in Biologie, Fachrichtung Molekularbiologie an der ELTE-Universität in Budapest. Sie arbeitete dann unter anderem am Universitätskrankenhaus in Osijek und auch an der Medizinischen Fakultät in Osijek. Als Assistentin nahm sie dort am praktischen Unterricht teil und vertrat Kolleginnen im Mutterschutz. Damals hörte sie zum ersten Mal von der Kooperation mit AMEOS: es sollte ein Medizinstudiengang entstehen für deutsche Studierende. Ohne NC, ohne Wartesemester – im Vordergrund steht das persönliche Engagement der Personen, die sich bewerben.

Deshalb staunte sie nicht schlecht, als sie 2019 das Stellenangebot entdeckte: AMEOS suchte eine Leiterin des Studierendensekretariats für eben diesen Studiengang. In dem Moment wusste sie: das ist meine Chance! Zwischenzeitlich war sie nämlich mit ihrem Mann Valentin, dem zweijährigen Sohn Denis und Shandi, der treuen Labradormischling Hündin nach Deutschland gezogen – und seither auf der Suche nach einem passenden Job. Ein Glück war Sprache dabei kein Hindernis: da Monika und ihre Familie zur ungarischen Minderheit in Kroatien gehören und ihre Mutter und Grossmutter auch in Deutschland gearbeitet haben, wurde bei ihnen „schon immer deutsch gesprochen“, wie sie erzählt.

Das neue Kapitel ist abwechslungsreich, spannend und bedeutete erstmal einen Umzug für die Familie: ins Harz, nach Halberstadt.

Als sich langsam die Wucht der Pandemie abzeichnete – und damit auch die Verzögerung des Studienstarts – war Monika direkt bereit zu helfen: anfänglich bei Startschwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Transport von Laborproben aus dem Fieberzentrum. Nun hilft sie dort an den Tagen aus, an denen die lokalen Arztpraxen ganztätig arbeiten – „so können wir die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte optimal unterstützen.“, erklärt sie.

Der Studiengang soll neu im Oktober 2021 starten. Monika steht schon in den Startlöchern: „Es gibt noch viel zu tun bis zum Studienstart: wir möchten das Projekt noch bekannter machen, bereiten jetzt schon Unterlagen für die künftigen Lehrkräfte vor sowie für das Assessment Center. Ich freue mich dann sehr darauf, die Studierenden kennenzulernen. Es ist für alle Beteiligten eine Premiere. Das macht es aufregend.“

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Text: Dagmar Wawrzyczek

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Unter medizinstudieren.jetzt finden Sie alle Informationen zum deutschsprachigen Medizinstudiengang in Osijek. 

 

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