"Tollster Job der Welt"

„Ich durfte mein Hobby zum Beruf machen“, sagt Detlef Witte und ergänzt ganz unbescheiden, „ich habe den schönsten Job der Welt“. Der Sport- und Bewegungstherapeut arbeitet seit 24 Jahren im AMEOS Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Ueckermünde und freut sich  jeden Tag auf die Arbeit mit seinen Patienten.

„Natürlich unterscheidet sich die Sport- und Bewegungstherapie im Maßregelvollzug deutlich vom allgemein-körperlichen Sport, den man vom Schul- oder Vereinssport kennt“ erklärt Witte. So geben schon der Bau und die besonderen Sicherheitsmaßnahmen einen festgesetzten nicht verhandelbaren Rahmen vor.

Dem Therapeuten und seinen Patienten stehen innerhalb der Mauern ein Fitnessraum mit Laufband, Ergometer und Crosser sowie ein kleiner Sportinnenhof zur Verfügung. Die strenge zeitliche Strukturierung des Tages- und Wochenplanes der psychisch kranken Rechtsbrecher erfordert eine genaue Planung der Therapie. Witte arbeitet individuell mit nicht gruppenfähigen  Patienten und mit Patientengruppen. „Meine größte Gruppe besteht aus acht Patienten“, berichtet er.

Sie erhalten solange eine enge Betreuung, bis sie in der Lage sind, ihren Übungsplan alleine umzusetzen. Mit seiner lockeren Art gelingt es Detlef Witte schnell, das Vertrauen seiner Patienten zu gewinnen und sie für den Sport zu motivieren. Viele hatten sich in ihrem vorherigen Leben nie sportlich bewegt, erzählt er. „Nach erfolgreichem Training in kleinen Laufgruppen etwa, konnten einige seiner Patienten sogar außerhalb der Klinik an Wettkämpfen teilnehmen.“  Das stärke das Selbstbewusstsein enorm und trägt dazu bei, ein Freizeitverhalten zu entwickeln, das die Resozialisierung unterstützt, erläutert der Ueckermünder.

Die Chefärztin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Ramona Strohm, bestätigt das. „Die Sporttherapie öffnet den oft randständig sozialisierten und sprachlich wenig geübten Patienten ohne viele Worte neue Türen. Etliche erleben durch sportliche Erfolge eine Selbstwirksamkeit und eine Veränderungsmotivation, die die Basis jeder therapeutischen Arbeit ist“.

Außerhalb des Fitnessraumes bietet die Sport- und Bewegungstherapie auch das Training von Mannschaftssportarten wie Volleyball oder Basketball an. Zudem gibt es Schwimmen und sogar  individuelles Lauftraining außerhalb der Einrichtung. „Mit unserer Volleyball-Mannschaft fahren wir auch zu Turnieren“, so Witte. Diese Gemeinschaftserlebnisse förderten das Selbstwertgefühl und die Patienten könnten zu Recht stolz auf sich sein. „Für Manche sind das ganz neue Erfahrungen“, meint der 60-jährige Therapeut. Er selbst treibt täglich mehrere Stunden Sport. „Ich kann das sogar während seiner Arbeitszeit tun“, lacht Detlef Witte, „ich habe wirklich den tollsten Job der Welt.“

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