12.09.2017  | AMEOS Klinikum Osnabrück

Psychiatrie-Experten aus Deutschland und Österreich treffen sich im AMEOS Klinikum Osnabrück

Netzwerk bündelt Kompetenzen und entwickelt moderne Standards

Insgesamt 28 psychiatrische und psychosomatische Kliniken, Tageskliniken und Einrichtungen gehören zur AMEOS Gruppe. Vertreter aus der Ärzteschaft und Krankenhausdirektionen bilden gemeinsam mit Vorstandsmitglied Michael Dieckmann und überregionalen Vertretern aus Medizinentwicklung und –Controlling die Fachgruppe Psychiatrie.

Das Gremium ist Teil des Gesundheitsnetzwerks der AMEOS Gruppe, das die Kompetenzen der einzelnen Standort bündelt und den Wissenstransfer zwischen den Disziplinen und Einrichtungen fördert, um gemeinsam einheitliche Konzepte zu erstellen, Behandlungspfade abzustimmen und gruppenweite Standards zu setzen.

Die Schwerpunkte der Fachgruppe Psychiatrie liegen in der Begleitung und Bewertung medizinischer Innovationen in der Psychiatrie und deren standardisierten Umsetzungsmöglichkeiten für die psychiatrischen Einrichtungen. „Als größter Anbieter psychiatrischer Versorgungsleistungen in Deutschland nehmen wir die Verpflichtung, als Netzwerk fachliche Standards zu setzen und bestehende Konzepte erfolgreich weiter zu entwickeln, sehr ernst“ betonte Michael Dieckmann bei dem Treffen der Gruppe Ende August im AMEOS Klinikum Osnabrück.

Themenschwerpunkt bildete die Umsetzung Modularer Psychotherapie, vorgestellt von Prof. Dr. med. Bernhard Croissant, Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikums Osnabrück. Hinter der Modularen Psychotherapie steckt ein neuer und innovativer Behandlungsansatz bei der Therapie unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen. Die hoch wirksame Modulare Psychotherapie ist als ein Baukastensystem zu verstehen, bei dem eigenständige Therapiebausteine je nach Funktionsstörung unabhängig von Diagnosen untereinander vielfältig miteinander kombiniert werden. „Damit wird ein Höchstmaß an individueller, auf den einzelnen Patienten zugeschnittener Therapie erreicht.“ erklärt Prof. Dr. med. Croissant, der das Konzept derzeit mit seinem Team am AMEOS Klinikum Osnabrück umsetzt.

Auch der Nachwuchs spielt eine große Rolle. Das Ärztliche Stipendiatenprogramm der AMEOS Gruppe betreut derzeit mehr als 80 Stipendiaten, von denen ungefähr die Hälfte einen psychiatrischen Abschluss erreichen werden und ab dem 6. Studienjahr als Weiterbildungsassistenten in den unterschiedlichen AMEOS Klinika eingesetzt werden. „Dazu entwickeln wir derzeit ein einheitliches Famulanten-Ausbildungscurriculum, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Ausbildung unserer Stipendiaten zu erreichen“ berichtet Univ.-Prof. Dr. med. Marius Nickel-Palczyński, Ärztlicher Direktor der AMEOS Klinika Bad Aussee und Inntal.

Prof. Dr. med. Uwe Gonther vom AMEOS Klinikum Dr. Heines aus Bremen stellte sein Programm der sogenannten Genesungsbegleitung (Experience Involvement Ex-In) vor, das dort seit 2015 erfolgreich angeboten wird. Genesungsbegleiter sind eingebunden in die multiprofessionellen Stationsteams. Sie haben selbst eigene Krisen- und Krankheitserfahrung und können diese an Betroffene weitergeben. Dazu haben sie einen zertifizierten Kurs absolviert. In Bremen werden Genesungsbegleiter in die Planung, Durchführung und Evaluation psychiatrischer Hilfsangebote eingebunden.

Zu weiteren Themen fand ein fachlicher Austausch statt, immer mit dem Blick darauf, welche Best Practice Beispiele sich an weiteren Standorten einsetzen lassen. „Trotz aller Standards bleiben in den Einrichtungen Therapievielfalt und -freiheit bestehen, um die psychiatrische Vielfalt in unseren Einrichtungen im Sinne der Patienten bestmöglich abzubilden“ so Vorstandsmitglied Michael Dieckmann.