12.06.2019  | AMEOS Klinikum Alfeld

Knochenbrüche im Seniorenalter vermeiden und operieren

Wenn sich ältere Menschen Knochen brechen, sind das meist kompliziertere Brüche als in jungen Jahren. Mit zunehmendem Alter stürzen Menschen häufiger und ziehen sich behandlungsbedürftige Verletzungen zu. Chefärztin Birgit Behrens und Chefarzt Dr. Markus Fürtauer informierten darüber, wie Unfallchirurgie und Geriatrie diesen Patienten sprichwörtlich wieder „auf die Beine“ helfen kann.

Warum stürzen ältere Menschen überhaupt häufiger und kann man da vielleicht im Vorfeld etwas tun? Prinzipiell ja, sagt Geriaterin Birgit Behrens, auch wenn die nachlassende Sehkraft, eine eingeschränkte Mobilität oder der nachlassende Gleichgewichtssinn dagegen wirken. Bei akuten Infekten oder chronischen Entzündungen, einer Mangelernährung, bei Depressionen oder Medikamentengebrauch können positive Veränderungen erreicht werden. Auch läßt sich eine schlechte Beleuchtung verbessern, das Schuhwerk anpassen oder ein häusliche Stolperfalle aus dem Weg räumen.

Weil die Menschen aber immer länger leben und auch im Alter mobil bleiben, steigt die Zahl an Operationen bei Älteren deutlich an, informierte Dr. Markus Fürtauer. Der Unfallchirurg und Orthopäde wies darauf hin, dass dieser Personenkreis auch oft unter Nebenerkrankungen leidet. „Ein häufiger Befund im Alter ist die Osteoporose“, so Dr. Fürtauer.

Diese Veränderung der Knochendichte führt zum Einen dazu, dass es leichter zu Knochenbrüchen kommt und andererseits ist die Verankerung von Prothesen schwieriger. Der Chirurg erläuterte einige OP-Techniken, die diesen Nachteil auszugleichen können.

Dr. Fürtauer ging auf die verschiedenen Methoden ein, wie diese Brüche fachgerecht versorgt werden können. Dafür stehen eine ganze Reihe von Teilprothesen, Platten oder Nägeln zur Verfügung, die für die Stabilität sehr hilfreich sind. Sogar bei Wirbelkörperbrüchen kann durch das Einbringen eines Zementes wieder eine Verbesserung der Struktur erreicht werden.

Im zweiten Teil des Vortrages informierte Birgit Behrens darüber, wie nach einer Operation die Patienten auf der geriatrischen Station weiter behandelt werden. „ Die Behandlung wird maßgeschneidert fortgeführt“, so die Internistin. Wichtig war der Chefärztin zu erwähnen, dass durch das Anpassen der Medikamente und die Verordnung von Hilfsmitteln auch Stürze und damit Brüche verhindert werden können. „Durch moderates Training kann man mobil bleiben.“ Auch sei eine ausreichende und abwechslungsreiche Ernährung sowie das Halten des Gewichts wichtig für die Gesundheit im Alter.

Nach der Sommerpause der Patienten-Akademie Alfeld findet die nächste Veranstaltung am 11. September statt. Dann spricht Dr. Heike Osterholz-Middendorf, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, über Lungenentzündung und COPD – Behandlungsstrategien und Vorbeugung.