Gerontopsychiatrie
Zur Aktivierung des Lebenswillens
Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit Diagnostik und Behandlung aller psychischen Erkrankungen alter Menschen, ist also Teilgebiet von Psychiatrie und Geriatrie. Denn häufig besteht das gleichzeitige Vorhandensein körperlicher und psychischer Erkrankungen.
Unser Schwerpunkt ist die Behandlung von Demenzerkrankungen, im Volksmund als Altersverwirrtheit bezeichnet. Bei dieser fortschreitenden Erkrankung des Gehirns funktionieren wichtige Aufgaben, wie Gedächtnis, räumliche Orientierung und Sprache, zunehmend schlechter. Die Demenz ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber heute mit Medikamenten und anderen Therapien gut behandeln, so dass der Prozess verzögert und die Auswirkungen abgemildert werden können. Das hat positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. In einigen Fällen können die Patienten nach der stationären Behandlung nach Hause entlassen und eine Heimunterbringung verschoben werden.
Auf zwei geschützten Stationen mit insgesamt 30 Betten behandeln wir die Patienten nach ihrer psychiatrischen Diagnose und der Grunderkrankung, wozu auch Fachkollegen von Innerer Medizin, Chirurgie, HNO und Augenheilkunde einbezogen werden.
Der Einsatz von Medikamenten zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit steht an erster Stelle. So können Folgen einer Hirnschädigung zumindest für einen gewissen Zeitraum ausgeglichen und eine hochgradige Pflegebedürftigkeit erheblich herausgezögert werden. Zudem werden Medikamente zur Stimmungsaufhellung und gegen Unruhe, Wahngedanken, Sinnestäuschungen und Angst sowie Mittel zur Erleichterung der Beweglichkeit verordnet.
Der Bereich der Pflege ist ganzheitlich auf den Patienten orientiert und richtet sich individuell nach dem Schweregrad der Krankheit. Insbesondere geht es dabei um Erhalt oder Verbesserung von Alltagskompetenz, Selbstversorgung, Lebensqualität und Reduktion der Pflegebedürftigkeit. Die aktivierende Krankenpflege soll die alltäglichen Funktionen verbessern helfen, so die Fähigkeiten zu laufen, sich zu waschen sowie möglichst selbständig zu essen und zu trinken.
Zu den Therapien, die wir in diesem Bereich anbieten, gehören:
- Kognitives Training
- Computergestützte Trainingsprogramme
- Sozialtraining
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Musiktherapie.
Den Angehörigen bieten wir Gesprächsrunden an. Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit psychisch Kranken, Hilfe bei der Beantragung von Pflegestufen oder für Heimeinweisungen. Zudem vermitteln wir Kontakte zu Selbsthilfegruppen.
Ansprechpartner
Oberärztin
Dr. med.Susanna Prochnow
Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie
spro.psy(at)haldensleben.ameos.de
Sekretariat
Elona Müller
Tel. +49 (0)3904 475 325
emue.psy(at)haldensleben.ameos.de


