Geburtshilfe
Verantwortlicher Oberarzt: Dr. med. Immo Klausch
Schwangerschaft und Geburt sind bei jeder werdenden Mutter und dem Vater von einer vielschichtigen Erwartungshaltung begleitet, in die sich die Freude auf das Kind, Sorge um sein Wohlergehen, eine gespannte Neugier auf das Geburtserlebnis, aber auch mögliche Ängste vor dem unbekannten Ereignis vielfältig mischen. Der persönliche Kontakt und die Begegnung der werdenden Eltern mit der Geburtsklinik sollen dieser Unsicherheit entgegen wirken. Diesbezüglich bieten wir in unserer Elternschule vierteljährlich Elterninformationsabende und eine ganze Reihe von weiteren geburtsvorbereitenden Kursen an. Wir streben dadurch eine ganzheitliche Vorbereitung auf die Geburt unter besonderer Akzentuierung psychosozialer und psychosomatischer Gesichtspunkte an.
In unserer Klinik wird seit Jahren das Konzept der familienorientierten Geburtshilfe, die die Selbstbestimmung der werdenden Mütter unter Einbeziehung der Väter besonders berücksichtigt. Unsere Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Schwestern verstehen sich als Partner der Frauen vor, während sowie nach der Geburt. Sie möchten weniger direktiv handeln und vielmehr durch menschliche Zuwendung agieren, weil die normale Geburt nach unserer Überzeugung ein natürlicher Vorgang und in erster Linie eine Sache der Frauen ist. Die Basis für unser Konzept sind hoch qualifizierte medizinische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und innovative Diagnostik- und Therapieverfahren. Sie gewährleisten die notwendige Sicherheit für Mutter und Kind. Solange alles ohne Komplikationen verläuft, verbleiben sie im Hintergrund und können sofort und zu jeder Zeit eingesetzt werden.
Auf Grund hoch spezialisierter Möglichkeiten und in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neonatologie unserer Kinderklinik, der Klinik für Anästhesiologie sowie anderer Kliniken hat sich am AMEOS Klinikum der Schwerpunkt für Perinatalmedizin in der Nordharzregion etabliert, so dass wir auch Risikoschwangere und -geburten wie z. B. drohende Frühgeburten ab 30. Schwangerschaftswoche, Mehrlingsschwangerschaften und Schwangere mit Diabetes mellitus betreuen bzw. entbinden.
Diagnostik in der Schwangerschaft:
Die spezialisierte vorgeburtliche Ultraschalldiagnostik ist eine feste Säule unserer klinischen Arbeit. Hochmoderne digitale Ultraschallsysteme bis zur 3D- und 4D-Sonographie und spezialisierte Ärzte ermöglichen eine Diagnostik auf höchstem Niveau. Sie bietet uns nicht nur einen immer detaillierteren Einblick in die Fetalentwicklung, sondern versetzt uns in die Lage, eine Vielzahl krankhafter Veränderungen schon frühzeitig nachzuweisen, aber auch auszuschließen. Dadurch können wir die werdenden Eltern bei Ausschluss von Auffälligkeiten sehr oft beruhigen und ihnen die Sorge um das Kind für die weitere Schwangerschaft nehmen. Andererseits kann bei Nachweis von Erkrankungen des Kindes vorausblickend reagiert werden und die, für die Eltern und das Kind, möglichst beste Entscheidung getroffen werden. Diese Untersuchungen werden in unseren Spezialsprechstunden für Pränataldiagnostik (DEGUM II) angeboten.
Behandlung in der Schwangerschaft:
- Betreuung von Erkrankungen in der Schwangerschaft: Gestationsdiabetes, Diabetes mellitus Typ I, Hypertensive Erkrankungen, fetomaternale Blutgruppeninkompatibilität, fetale Wachstumsretardierung, intrauterine Infektion
- Betreuung von Mehrlingsschwangerschaften
- innovatives, zeitgemäßes geburtshilfliches Management bei Beckenendlage unter Einbeziehung von äußerer Wendung, vaginaler Geburt und Schnittentbindung
- Rekonstruktion des isthmozervikalen Verschlussapparates bei belasteter Anamnese und akuter isthmozervikalen Insuffizienz durch Totalen Muttermundverschluss und Cerclage
- Geburtsplanung mit Gespräch über die Geburt und Ultraschall vor dem Geburtsbeginn
Kreißsaal
Im Kreißsaal betreut ein engagiertes Hebammenteam die werdenden Eltern. Zur Entbindung stehen den Frauen drei freundlich gestaltete Entbindungsräume und ein Operationssaal für Schnittentbindungen zur Verfügung. Die Neugeborenenintensivstation befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kreißsaales.
Es ist gelebte Praxis, dass die Frauen bei Wunsch unter der Geburt mobil sind und die Entbindungsart selbst auswählen können. Dafür stehen breite Entbindungsbetten, eine Entbindungswanne und ein Gebärhocker zur Verfügung. Modernste Überwachungstechnik sind die Grundlage für eine höchstmögliche Sicherheit für Mutter und Kind.
Geburt
- Überwachung von Mutter und kindlichen Herztönen (CTG)
- Entbindungsmöglichkeiten: *Kreißbett *Gebärhocker *Gebärwanne
- alternative Gebärmöglichkeiten
- Operationssaal im Kreißsaalbereich
- Schmerzausschaltung (auf Wunsch): Akupunktur, Schmerzmittel, rückenmarksnahe Anästhesie (PDA)
- bei Schnittentbindung Bevorzugung des sanften Kaiserschnittes nach Misgav Ladach in Spinalanästhesie
- innovatives, zeitgemäßes geburtshilfliches Management bei Beckenendlage unter Einbeziehung von äußerer Wendung, vaginaler Geburt und Schnittentbindung
- Facharztstandard; ständige Anwesenheit von Frauenarzt, Kinderarzt, Anästhesist, mindestens 1 Hebamme im Kreißsaal
- Entbindung durch Beleghebamme möglich
- auf Wunsch der Kreißenden können Angehörige bei Geburt bzw. Kaiserschnitt anwesend sein
- Betreuung der Wöchnerinnen nach Kaiserschnitt erfolgt in einem besonderen Überwachungsraum
Versorgung des Neugeborenen
- Erstuntersuchung (U1), sofortiges Hinzuziehen des Kinderarztes bei Auffälligkeiten vor, unter bzw. nach der Geburt des Kindes
- Kennzeichnung des Neugeborenen im Kreißsaal durch zwei unabhängige Systeme (Armbändchen)
- U2, Hörtest, erweitertes Stoffwechsel-Screening durch Kinderarzt, Herzfehlbildungs-Screening
- Rooming-in 24 Stunden möglich
Wochenstation
Kinder bedeuten Zukunft, Kinder gedeihen am besten in einer intakten Familie.
Deshalb fördern wir die familienorientierte Geburtshilfe. Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, werden die Frauen und ihre Kinder auf unserer Schwangeren- und Wochenstation in hotelähnlicher Atmosphäre betreut. Die Station ist so konzipiert, dass sich alle Familienmitglieder wohl fühlen können. Väter aus entfernten Orten können im Vaterzimmer übernachten. Die Wochenstation bietet eine ganzheitliche Betreuung auf hohem medizinischem Niveau mit integriertem 24-Stunden-rooming-in. Jedes Patientenzimmer ist eigens dafür mit Wickelkommode und Babywanne ausgestattet. Dies ermöglicht den Frauen ab der Geburt einen intensiven engen Kontakt zu ihrem Kind. Dadurch sind sie nicht auf geregelte Stillzeiten angewiesen. Das wird zusätzlich unterstützt durch unser Frühstücks- und Abendbrotbüffet. Auf unserer Wochenstation bieten wir die ganzheitliche Wochenbettpflege, eine gezielte Mutter- und Kindbetreuung mit Ernährungsberatung, Wochenbettgymnastik, sachgerechte Körperhygiene nach der Entbindung sowie Brustpflege an.
Da das Stillen bei uns oberste Priorität besitzt und die Muttermilch nach wie vor die ausgewogene und beste Säuglingsnahrung ist, wird den Wöchnerinnen jegliche Unterstützung zu Teil, um das Stillen zu fördern. Eine speziell dafür ausgebildete und zertifizierte Laktationsberaterin steht allen Frauen mit Rat und Tat zur Seite.
Für Neugeborene, die auf Grund von Anpassungsstörungen einer intensiveren Betreuung bedürfen, ist der Inkubatorraum unmittelbar neben dem Schwesternfunktionszimmer zur kontinuierlichen Überwachung eingerichtet. Ein Kinderarzt steht jederzeit zur Verfügung, der Fragen zum Gesundheitszustand des Kindes beantwortet.



